(Update)K13online Aktivitäten: Teilnahme & Berichterstattung über die Veranstaltung des Innocence Projekts Germany an der Goethe-Universität Frankfurt(Hörsaalgebäude 3) am 3. November 2017 um 15 Uhr

Podiums-Diskussion "Justizirrtümer - Eine rechtliche und gesellschaftliche Problematik": Prof. Matthias Jahn, Strafverteidiger Johann Schwenn, Richter am BGH Dr. Ralf Eschenbach, stellv. Chefredakteurin ZEIT Sabine Rückert, Rechtsmediziner Prof. Bernd Brinkmann

In enger Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Innocence Project startet nun auch in Deutschland das Innocence Project Germany. Allein in den USA konnte das Innocence Project seit Aufnahme der Aktivitäten 266 Freisprüche erwirken. Innocence Project ist inzwischen in zahlreichen Ländern weltweit als NGO aktiv. Die Zeit ist also reif, Innocence Project auch in Deutschland zu etablieren. An der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. findet dazu eine Veranstaltung mit Podiums-Diskussion statt: "Justizirrtümer- Eine rechtliche und gesellschaftliche Problematik". Zu diesen Justizirrtümern gehören auch zunehmend Sexualstraftäter, die zu Unrecht verurteilt wurden. Erst letzte Woche gab es wieder einen späten Freispruch für ein solches Justizopfer, welches angeblich einen sexuellen Missbrauch begangen haben sollte. (Siehe K13online-News) Ebenso sind natürlich auch Pädophile/Pädosexuelle von Justizirrtümern betroffen.  Im Rahmen einer Podiums-Diskussion ausgewiesener Experten verschiedener Disziplinen soll das zentrale Anliegen von Innocence Project aufgearbeitet und über die engere juristische Fachwelt hinaus als gesamtgesellschaftliches Anliegen promoviert werden: - wie können Justizirrtümer vermieden bzw. korrigiert werden? - wie kann unschuldig Verurteilten die Freiheit wiedergegeben werden? - wie sollte erlittenes Unrecht kompensiert, der Geschädigte rehabilitiert werden? Die Teilnehmer der Veranstaltung können dazu Fragen an das Podium richten: Prof. Matthias Jahn, Strafverteidiger Johann Schwenn, Richter am BGH Dr. Ralf Eschenbach, stellv. Chefredakteurin ZEIT Sabine Rückert, Rechtsmediziner Prof. Bernd Brinkmann. Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Frau Dr. Tessia Tober, Volljuristin und Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group und Frau Yas Frömel, Volljuristin und Doktorandin am Fachbereich Rechtswissenschaften, die auch K13online eingeladen hat. Wir werden am Freitag, den 3. November 2017, nach Frankfurt anreisen und über die Veranstaltung in einem News berichten. Interessierte Teilnehmer, die bei dieser Gelegenheit auch mit uns z. B. auf dem Gelände Campus Westend ein Gespräch führen wollen, bitten wir um eine rasche Terminabsprache. Veranstaltungsort der Podiums-Diskussion ist das Hörsaalgebäude 3 am Theodor-W-Adorno Platz 4. Mit einem Klick auf weiterlesen gelagen Sie zum Online-Flyer mit der Einladung. (Update 2.11.2017 um 18 Uhr: Die Veranstaltung wurde sehr kurzfristig abgesagt, weil zwei der Podiumsteilnehmer nicht kommen können.)

http://www.uni-frankfurt.de/38074686/campus_westend




Veranstaltung Innocence Project Germany am 3. November um 15 Uhr an der Goethe Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno Platz 4, Hörsaalgebäude Hz 3

Podiums-Diskussion: "Justizirrtümer- Eine rechtliche und gesellschaftliche Problematik" 

In enger Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Innocence Project startet nun auch in Deutschland das Innocence Project Germany: Innocence Project ist eine 1992 in den USA gegründete Non-Profit-Organisation und engagiert sich für die Freilassung unschuldig Verurteilter. Allein in den USA konnte das Innocence Project seit Aufnahme der Aktivitäten 266 Freisprüche erwirken. Innocence Project ist inzwischen in zahlreichen Ländern weltweit als NGO aktiv. Die Zeit ist also reif, Innocence Project auch in Deutschland zu etablieren.  

Das Innocence Project Germany ist offiziell Mitglied des European Innocence Network, eines Dachverbandes aller europäischen Organisationen, die sich für die Freilassung Inhaftierter einsetzen. Hierfür finden mehrfach im Jahr Konferenzen statt (zuletzt in Rom im Oktober 2017), in denen sich zusammen mit der amerikanischen Mutterorganisation über die Entwicklung in den Heimatländern ausgetauscht wird und gegenseitig Unterstützung angeboten wird. 

In Deutschland ist zwar die noch in vielen Staaten übliche Todesstrafe abgeschafft. Es gibt auch keine Jury. Weitaus kürzere Freiheitsstrafen sind üblich. Aber gibt es deswegen bei uns keine Justizirrtümer? Fehler und Irrtümer begleiten menschliches Handeln. Auch die deutsche Justiz kann sich davon nicht frei machen. Zahlreiche aufsehenerregende und medienwirksame Fälle von Justizirrtum legen tragisch Zeugnis davon ab. Innocence Project Germany möchte mit einer ersten öffentlichen Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten, die Problematik von Justizirrtümern, Erreichung und Durchführung von Wiederaufnahmeverfahren näher in den Fokus der strafrechtlichen Diskussion zu rücken und die Gesellschaft für das Thema der Justizirrtümer zu sensibilisieren. 

Im Rahmen einer Podiums-Diskussion ausgewiesener Experten verschiedener Disziplinen soll das zentrale Anliegen von Innocence Project aufgearbeitet und über die engere juristische Fachwelt hinaus als gesamtgesellschaftliches Anliegen promoviert werden: - wie können Justizirrtümer vermieden bzw. korrigiert werden? - wie kann unschuldig Verurteilten die Freiheit wiedergegeben werden? - wie sollte erlittenes Unrecht (schuldlose Haft) kompensiert, der Geschädigte rehabilitiert werden? 

Teilnehmer: *Herr Professor Matthias Jahn:* Richter am Oberlandesgericht Frankfurt und Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Rechtstheorie an der Goethe-Universität Frankfurt; Experte zum Thema Justizirrtümer *Herr Johann Schwenn:* Prominenter Strafverteidiger (u.a. von Jörg Kachelmann) und Experte zum Wiederaufnahmeverfahren *Herr Dr. Ralf Eschelbach:* Richter am Bundesgerichtshof und ausgewiesener Experte zum Thema Justizirrtümer. Herr Dr. Ralf Eschelbach erregte besonderes Aufsehen in Justiz und Presse mit seiner Einschätzung, dass jedes vierte Strafurteil in Deutschland ein Fehlurteil sei *Frau Sabine Rückert*: Stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT und Autorin des Buchs "Unrecht im Namen des Volkes: ein Justizirrtum und seine Folgen" *Herr Professor Bernd Brinkmann:* Rechtsmediziner und Gründer des Institutes für Forensische Genetik in Münster, dessen Name bei der Klärung nahezu aller spektakulären Kriminalfälle der vergangenen 25 Jahre in Deutschland eine Rolle spielte; Experte für Sachverständigengutachten in Wiederaufnahmeverfahren. 

Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Frau Dr. Tessia Tober, Volljuristin und Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group und Frau Yas Frömel, Volljuristin und Doktorandin am Fachbereich Rechtswissenschaften. 


Weitere Informationen zum Podium

Prof. Dr. Matthias Jahn, Richter am Oberlandesgericht

http://www.jura.uni-frankfurt.de/46098693/Zur-Person

Strafverteidiger Johann Schwenn

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Schwenn

Dr. Ralf Eschelbach am Bundesgerichtshof

http://www.bundesgerichtshof.de

Prof. Dr. Bernd Brinkmann, Institut für Forensische Genetik (IFG)

http://www.ifg-ms.de/unternehmen/geschaeftsleitung

Sabine Rückert, Stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT

http://www.zeit.de/autoren/R/Sabine_Rueckert/index.xml


http://krumme13.org/text.php?s=read&id=495


Justizirrtum verursacht durch Psychologin: Norbert K. saß zwei Jahre wegen angeblichen sexuellen Missbrauch seiner Pflegetochter unschuldig im Gefängnis und erhält nun Haftentschädigung & Schadenersatz 21.10.2017

Rechtspsychologe Max Steller: "Es tut mir leid, das so grob zu sagen, aber ich habe erhebliche Mängel und grobe Fahrlässigkeit beim Gutachten der Psychologin festgestellt"

Im heutigen Anti-Pädophilen-Zeitgeist und einer massiven Missbrauchshysterie schließen sich zunehmend immer mehr Psychologen bei Gutachten vor Gericht dieser Hetzkampagnen an. Seit Jahren kämpft Norbert K. um Schadenersatz. Jetzt deutet sich an, dass das Oberlandesgericht in Saarbrücken dem 74-Jährigen Schmerzensgeld zusprechen wird - weil er offensichtlich ein Justizopfer ist. "Das Thema grobe Fahrlässigkeit scheint klar zu sein", stellte der Vorsitzende Richter am Donnerstag bei der Berufungsverhandlung fest. Zuvor hatte der Rechtspsychologe Max Steller seine Stellungnahme zu einem früheren Gutachten vorgelegt, das K. zwei Jahre lang hinter Gitter gebracht hat. Der Sachverständige Steller, mit dem das Gericht nach Ansicht des Richters "eine exzellente Gutachterwahl" getroffen und nun "in jedem Fall eine ordentliche Entscheidungsgrundlage" habe, stellte der Arbeit der Kollegin ein vernichtendes Urteil aus. "Es tut mir leid, das so grob zu sagen", räumte Steller ein, aber er habe "erhebliche ergebnisrelevante Mängel" bei der Beurteilung festgestellt. "Auf allen Ebenen fehlen Argumentationen, was dafür und was dagegen spricht." Die Schlussfolgerung, dass die Zeugin eine hohe Glaubwürdigkeit habe, stimme nicht mit dem Bericht überein. Stellers Einschätzung des Gutachtens: "grob fahrlässig". Das Landgericht hatte seine Mandantin 2015 bereits zu 50.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt, weil das Gutachten wissenschaftliche Standards nicht eingehalten habe. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt. K. und seine Anwältin Daniela Lordt fordern 80.000 Euro Schmerzensgeld. Das Urteil soll am 23. November verkündet werden. K13online befürwortet eine Verurteilung zu einer hohen Schmerzensgeldzahlung an das Justizopfer. Möge dies ein warnender Hinweis an alle Psychologen sein, die sich einer menschenverachtenden Missbrauchshysterie unterwerfen und damit unschuldige Menschen in den Knast stecken wollen. Eine diesbezüglicher Paradigmenwechsel ist seit vielen Jahre überfällig...

http://krumme13.org/news.php?s=read&id=3466

geschrieben von K13online-Redaktion am 01.11.2017 Drucken

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