Portal Gute Frage - Umfrage(Schneeprinz): Hat der Innenminister von NRW, Herbert Reul(CDU), Missbrauchsopfer beleidigt und ihre Menschenwürde mit Füßen getreten?

K13online: Das Reul Statement ""Für mich ist sexueller Missbrauch wie Mord. Damit wird das Leben von Kindern beendet - nicht physisch, aber psychisch."  ist eine pauschale Verunglimpfung von Opfern & Tätern

Der NRW-Innenminister Reul hatte sich gegenüber den reißerischen Mainstream-Medien in einer rechtspopulistischen Weise geäußert, die jedem Politiker/In unwürdig sein sollte. Nicht zuletzt den Betroffenen von sexuellen Missbrauch in der Kindheit hat er damit einen Bärendienst erwiesen. Anderen Missbrauchsopfern, die sich medial vorführen lassen, hat ER allerdings aus der Seele gesprochen. Auf dem Internet-Portal "Gute Frage" hat der User "Schneeprinz" nun eine Umfrage gestartet. Es können dort auch Kommentare gepostet werden. Die Diskussionen haben bereits begonnen. K13online hat sich bereits beteiligt: Es bedarf einer rationalen Diskussion und politischen Debatte auf der Grundlage der Verhältnismäßigkeit unterschiedlicher Sachverhalte und schwere der Schuld. Sexueller Kindesmissbrauch nach § 176 ff. StGB ist eben NICHT in jedem Einzelfall ein Seelenmord. Wer eine solch falsche Behauptung aufstellt, der verfolgt damit rechtes politisches Gedankengut auch dann, wenn er einer vermeintlich demokratischen Partei wie der CDU angehört. Das bildungfremde Wahlvolk orientiert sich an solchen Lügen, macht sich diese zueigen und betreibt ebenfalls Hetze. Allen Missbrauchsopfers wird undifferenziert unterstellt, sie seien sozusagen psychisch ermordet worden. Das ist natürlich eine Lüge und soll Hass gegen pauschal alle Täter schüren. Es gibt unterschiedliche Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung. Bei sogenannten "leichten" Fällen ist ein lebenslanges Trauma eher unwahrscheinlich. Man kann das Erlebte selbst oder mit Hilfe von Therapeuten verarbeiten und danach ein ganz normales Leben führen. Der NRW-Innenminister Reul instrumentaliert Missbrauchsopfer aus rein politischen Gründen. Er will damit die Anhebung von Mindest- und Höchststrafmaßen im Sexualstrafrecht durchsetzen. Obwohl schon jetzt bekannt ist, dass es durch höhere Strafrahmen nicht weniger Missbrauch & Kinderpornos geben wird. Solche Strafverschärfungen dienen nicht dem Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt. Treten auch Sie den Falschdarstellungen von Reul entgegen und beteiligen sich an den Diskussionen bei Gute Frage...

https://www.gutefrage.net/frage/hat-der-innenminster-von-nrw-herbert-reul-missbrauchsopfer-beleidigt-und-ihre-menschenwuerde-mir-fuessen-getreten




 

Politisches Statement von Dieter Gieseking(K13online) in den Kommentaren bei Gute Frage

Das Reul Statement ""Für mich ist sexueller Missbrauch wie Mord. Damit wird das Leben von Kindern beendet - nicht physisch, aber psychisch."  ist eine pauschale Verunglimpfung in zweierlei Hinsicht:

  1. Allen Missbrauchsopfers wird undifferenziert unterstellt, sie seien sozusagen psychisch ermordet worden. Das ist natürlich eine Lüge und soll Hass gegen pauschal alle Täter schüren. Es gibt unterschiedliche Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung. Bei sogenannten "leichten" Fällen ist ein lebenslanges Trauma eher unwahrscheinlich. Man kann das Erlebte selbst oder mit Hilfe von Therapeuten verarbeiten und danach ein ganz normales Leben führen.
  2. Es gibt viele Missbrauchsopfer in der Kindheit, die sich im Erwachsenenalter nicht in der Opferrolle mehr sehen wollen. Diese sagen, dass sie Betroffene von sexuellen Missbrauch sind. Das ist ein Unterschied. Denn in der Opferrolle findet eine Art von Stigmatisierung statt. Als Missbrauchsopfer müsste man heute noch immer einer Therapie bedürfen bzw. die Tat hat das Opfer für immer krank gemacht. DAS wollen besonders die früheren Opfer nicht, die nicht mehr unter dem Erlebten leiden.

Dieser NRW-Innenminister Reul instrumentalisiert pauschal alle Missbrauchsopfer und besonders die von Missbrauch BETROFFENEN aus politischen Motiven. Er will alle Taten als Seelenmord darstellen, um damit die Mindest- und Höchststrafmaße weiter anzuheben. Im Übrigen ist der Mordvergleich zumindest eine Anspielung auf die Verjährungsfristen bei Kindesmissbrauch. Der einzige Straftatbestand, der nicht verjährt, ist Mord(§211 StGB). Reul will auch die Unverjährbarkeit des § 176 ff. StGB erreichen, obwohl die Verjährungsfristen schon jetzt erst ab dem 30. Lebensjahr des Opfer beginnen und bis einschließlich 50 Jahre andauern. Okay, das ist ein anderes Thema...


 

Das große Problem im heutigen Zeitgeist besteht ja u.a. darin, dass fast alle nur über sexuelle Gewalt an Kindern/Jugendlichen diskutieren. Und damit geht es ausschließlich NUR um die Missbrauchsopfer. Es wird medial nur über die großen und "kleinen" Missbrauchsskandale bericht. Dadurch ist in der öffentlichen Wahrnehmung natürlich ein Bild entstanden, das es nur DAS gibt. Auch der NRW-Reul kennt ganz offensichtlich nur solche Fälle, zumal er in seinem Bundesland jetzt schon den 3. großen Skandal hat. Er steht also von allen Seiten massiv unter Druck. DAS ist und darf aber keine Rechtfertigung dafür sein, dass er eine solch pauschale Aussage macht. Er folgt damit einem Populismus, der seines Amtes als Innenminister unwürdig ist. Und das bildungsfremde Wahlvolk glaubt DAS und reagiert darauf ebenfalls mit Hetze. Sich zur bestehenden Rechtslage zu bekennen und diese öffentlich zu verteidigen - wie dies die Bundesjustizministerin Lambrecht bis vor ein paar Tagen ja gemacht, bevor Sie umgefallen ist -, bedeutet nicht, sich auf die Seite der Täter zu schlagen. Jeder Politiker, der sich für die Beibehaltung der bestehenden Gesetze einsetzt, kann trotzdem Kinder vor sexueller Gewalt schützen wollen. Es bedarf einer rationalen Diskussion und politischen Debatte auf der Grundlage der Verhältnismäßigkeit unterschiedlicher Sachverhalte und schwere der Schuld....

Weitere Kommentare mit Diskussionsbeiträge werden folgen....



 

Sinneswandel um 180 Grad: Bundesjustizministerin Lambrecht(SPD) beugt sich dem populistischen Druck der CDU/CSU in einhelliger Kooperation mit dem Schmierblatt Bild(- Blödzeitung) 12.06.2020

Bundesjustizministerin Lambrecht will jetzt leichte Berührungen eines Kindes in "sexueller" Absicht zum Verbrechen hochstufen: Einfache FKK-Aufnahmen(sexuelles Posing) sollen ebenfalls zum Verbrechensstraftatbestand angehoben werden

Innerhalb von 24 Stunden hat die Bundesjustizministerin Lambrecht(SPD) einen Sinneswandel vollzogen und schlägt nun mit der gleichen Wortwahl wie der Koalitionspartner CDU/CSU in die Kerbe des Populismus. Zuvor hatte Lambrecht mit argumentativ guten Begründungen Anhebungen der Mindest- und Höchststrafmaße bei den §§ 176 ff. und 184 ff StGB abgelehnt. Nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe(Verbrechen) sollen nun reine FKK-Aufnahmen(Posing) sowie leichte Berührungen eines Kindes in sexueller Absicht mit Strafe bedroht werden. Der NRW-Innenminister Reul(CDU) hat kurz zuvor über die Springer-Presse erklärt: Kindesmissbrauch ist wie Mord! Zitate: Dann interessiert mich auch nicht mehr, ob das rechtssystematisch richtig oder falsch ist. Das ist mir wurscht. Für mich ist sexueller Missbrauch wie Mord. Damit wird das Leben von Kindern beendet – nicht physisch, aber psychisch.“ Der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak fordert sogar die Abschaffung von Bewährungsstrafen. Unter dem Deckmantel der Fälle in Münster soll das Sexualstrafrecht zum X Mal in Bereichen verschärft werden, die mit den dortigen Taten absolut nichts zu tun haben. Inzwischen haben sich auch eine ganze Reihe von Strafrechtlern zu Wort gemeldet, die die Vorstöße der Bundesregierung ablehnen. Auch der Richterbund hat bereits Kritik angemeldet. Die GRÜNE Politikerin Renate Künast sagt: Das Rufen nach mehr Strafen hat noch kein Kind geschützt. Diese rechtspolitische Erkenntnis ist bei der CDU/CSU & SPD nicht (mehr) vorhanden. K13online zitiert wiederholt T.W. Adorno: "Wir fürchten uns nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten". Die Bundesjustizministerin Lambrecht hat ihr Haus angewiesen, Gesetzesvorschläge zur weiteren Verschärfung im Sexualstrafrecht noch vor der Sommerpause vorzulegen. Zur Pressekonferenz gelangen Sie mit einem Klick auf weiterlesen... 

https://krumme13.org/news.php?s=read&id=4171 

geschrieben von K13online-Redaktion am 18.06.2020 Drucken

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