(Update) LIVE Vorträge mit Frage & Antwort bei Zoom Webinar: K13online berichtet über Online-Veranstaltung des Präventionsnetzwerkes Kein Täter werden(KTW), Du träumst von Ihnen(PPJ) und Troubled Desire(TD)

Therapeut Hannes Ulrich vom Universitätsklinikum an der Berliner Charite: "Das Risiko eines sexuellen Übergriffes sei sehr gering, wenn der Pädophile sozial integriert ist"

Das KTW-Präventionsnetzwerk hat am Donnerstag, den 18. Juni 2020, im Zeitraum von 13 bis 15 Uhr, seine 2. Online-Veranstaltung durchgeführt. Nach Angaben der Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit Clara Stuckmann haben daran bis zu 300 Person LIVE teilgenommen. Drei Therapeuten stellten ihre Projekte im LIVE-Stream über ZOOM Webinar vor. Bei der Kernfrage, ob es pädophile Freundschaften auch mit einem pädosexuellen Anteil geben kann oder nicht, sind die Positionen von K13online gegenüber KTW zwar unvereinbar. Jedoch besteht Einigkeit in mehreren Punkten. Die Stigmatisierung der Pädophilen muss abgebaut werden und das TABU der Pädophilie muss gebrochen werden. Weiter sind auch wir davon überzeugt, dass das Risiko eines sexuellen Übergriffes sehr gering ist, wenn der Pädophile sozial integriert ist". Kann sich ein Pädophiler ohne Ausgrenzung & Angriffe fürchten zu müssen im sozialen Umfeld outen, dann dürfte ein solches Bekenntnis erheblich zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt beitragen. Der Boylover & Girllover unterzieht sich dann einer sozialen Kontrolle in seinem gesamten Umfeld. Dazu müsste es jedoch zuvor eine Entstigmatisierung & einen TABUbruch geben. Im heutigen Anti-Pädophilen-Zeitgeist ist die Gesellschaft, die Mainstream-Medien und aktuell auch die Bundesregierung meilenweit davon entfernt. Die geplanten Strafverschärfungen und alle weiteren Maßnahmen sind in diesem Sinne nicht nur total kontraproduktiv, sondern fördern sogar den Kindesmissbrauch. ALLE, die sich an Ausgrenzung und politischer Verfolgung beteiligen, machen sich zumindest indirekt mitschuldig. Es ist im Sinne eines effektiven Kinderschutzes unverantwortlich, wenn Pädophile gezwungen sind, sich noch mehr zu verstecken und ihr Leben in Einsamkeit zu gestalten. Die geplanten Verschärfungen im Sexualstrafrecht und die Erweiterungen der Ermittlungsmöglichkeiten etc. werden zu einem beträchlichen Anstieg von sexuellen Kindesmissbrauch führen. Dazu muss man nicht die nächste Kriminalstatistik im Jahre 2021 abwarten. Das politische Ziel, die Kinder besser zu schützen und Kindesmissbrauch zu minimieren, ist schon jetzt gescheitert. Auch die KTW-Präventionsangebote können an einer solch furchtbaren Entwicklung nicht wirklich etwas ändern. Das Problem der Pädophilie kann nur dadurch gelöst werden, wenn die Pädophilie als sexuelle Orientierung/Neigung/Identität anerkannt und akzeptiert wird. Mit einem Klick auf weiterlesen gelangen Sie zu unserer Berichterstattung zur Online-Veranstaltung der drei Projekte  Kein Täter werden(KTW), Du träumst von Ihnen(PPJ) und Troubled Desire(TD)...(Update 23. Juni 2020: Teilnahmebescheinigung und Ankündigung eines Handouts)   

https://www.kein-taeter-werden.de/veranstaltungen/informationsveranstaltung-juni-2020/



Die Moderatorin & Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit Clare Stockmann begrüßte am 18. Juni um 13 Uhr die angemeldeten Teilnehmer der Online-Veranstaltung. Nach ihren Angaben waren rund 180 Personen anwesend. Das folgende Kommunikationsgramm wurde verwendet: 

ZOOM-Webina: https://us02web.zoom.us

Der Zugang zur LIVE-Veranstaltung erfolgt mit meiner Webinar-ID und einem zuvor per EMail gesandten Passwort. In Bild & Ton waren die vier Veranstalter zu sehen und zu hören. Zusätzlich war ein LIVE-Chat integriert, worüber Fragen gestellt werden konnten. Diese Fragen wurden jedoch nicht persönlich von den Fragestellern vorgetragen, sondern von Frau Stockmann. Bei Zoom Webinar waren keine Teilnehmer in Bild & Ton & Chat zu sehen. Eine Diskussion konnte deshalb nicht stattfinden. 

Frau Stockmann wies daraufhin, dass keine Aufnahmen der Veranstaltung zugelassen sind. Sie erwarte insgesamt 300 Teilnehmer. 

Bei der K13online Berichterstattung müssen wir uns auf die wesentlichen Punkte beschränken, weil die Inhalte zu umfangreich waren. Die verwendete Technik von ZOOM-Webina könnte auch von uns für eine Online-Veranstaltung verwendet werden. Wir prüfen gegenwärtig, ob auch K13online eine solche LIVE-Veranstaltung anbieten könnte. Wenn ja, dann würden wir vorab eine entsprechende Umfrage auf unseren Webseiten starten. Wäre das Interesse ausreichend vorhanden, dann würden wir eine solche LIVE-Kommunikation in Betracht ziehen.  


Hannes Ulrich vom KTW-Standort Berlin stellt das Projekt vor. Er beginnt mit der Darstellung von heterosexuellen Sex & erwachsenen Pornografie. Ulrich stellt die Frage, ob Pädophilie eine sexuelle Orientierung ist und verweist auf das Projekt NEMUP: Die Pädophilie ist eine sexuelle Orientierung! Es bestehe jedoch ein weltweiter Konsens darüber, dass Einvernehmlichkeit nicht möglich ist. Dies würde nicht nur auf die Sexualität zutreffen, sondern auch auf pädophile Beziehungen. Er nimmt Bezug auf den aktuellen Katalog ICD10 und weist daraufhin, dass dies auch in der nächsten ICD11 im Jahre 2022 enthalten sein wird. Nicht alle Pädophile würden unter einer Störung der Sexualpräferenz/Krankheit leiden. Alle die Pädophilen, die nicht unter einem Leidensdruck stehen, keine Kinderpornos konsumieren und keinen "sexuellen Missbrauch" begehen, würden nicht unter die ICD10 fallen. Lediglich 50% aller Pädophilen seien kern-pädophil. Die anderen 50% würden neben Kindern auch sexuelles Interesse an Erwachsenen haben. Die Gesellschaft etc.. solle die Pädophilen nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung verurteilen. Nur rund 40% der Sexualstraftaten werden von Pädophilen begangen. Rund 60% dieser Delikte würden von Nicht-Pädophilen begangen(Ersatzhandlungstäter). Ulrich wies auch daraufhin, dass er mit Missbrauchsopfern arbeite. Nach seiner Einschätzung würden sich lediglich 1% der Kern-Pädophilen im sogenannten Hellfeld befinden. Das Dunkelfeld würde demnach bei 99% liegen. Die Forschung würde sich immer weiter entwickeln. Man würde noch ganz am Anfang stehen. Ulrich erläutert auch den Einsatz von Medikamenten. In die Therapie von Pädophilen sollten auch die Angehörigen mit einbezogen werden. Er stellt ein Buch vor, worin auch sein Vortrag enthalt ist. Es gibt gegenwärtig 11 KTW-Standorte in 12 Bundesländern. Man strebe demnächst an, neue Standorte im Saarland, Thüringen und Sachsen-Anhalt einzurichten. Bundesweit hätten sich 12.140 Personen bei KTW gemeldet. Aktuell seinen 425 Pädophile in therapeutischer Behandlung. Es gab auch eine ganze Reihe von Abbrüchen, die wir leider so schnell nicht notieren konnten. Ebenso nicht die weiteren statistischen Zahlen, die in einer Grafik dargestellt wurden. 

Fragen von Clara Stuckmann(Teilnehmer) und Antworten von Hannes Ulrich

"Pädophile können gute Menschen sein, wenn sie weg gehen von nur pädophil zu sein". Das Coming-In sei sehr wichtig: Ja, ich bin pädophil! Das Risiko eines sexuellen Übergriffes sei sehr gering, wenn der Pädophile sozial integriert ist. Er kenne keinen Pädophilen, der negative Erfahrungen beim Coming-Out im sozialen Umfeld gemacht habe. Dennoch muss er grundsätzlich von einem Coming-Out abraten. Unter allen seinen Therapie-Teilnehmern befinden sich nur drei Frauen. Ja, Pädophile können auch eine Lebenspartnerschaft oder Ehe führen. Diese Partnerinnen sollten jedoch mit in die Therapie eingebunden werden. Eine Weiterbildung von Therapeuten kann KTW im Moment nicht anbieten. Interessierte können sich jedoch bei Ihm melden. Zur Finanzierung der Projekte wird genannt: Zu Anfang wurde das Projekt vom Justizministerium finanziert. Seit dem Jahre 2018 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernommen. Der aktuelle Fonds beläuft sich bis zum Jahre 2023 auf rund 5 Millionen Euro. Aufgrund der geografischen Entfernungen sind weitere Standorte notwendig und in Planung. Die Therapeuten sind bundesweit zu 50% Frauen & 50% Männer. In der Coronakrise waren keine Gruppen-Therapien vor Ort möglich, sondern in Notfällen nur Einzelgespräche. Das Meiste lief über EMail bzw. das Internet. Sein Vortrag endet um 14 Uhr.  


https://sexualmedizin.charite.de/forschung/du_traeumst_von_ihnen/

Im Anschluss begann Frau Schlinzig ihren Vortrag zum PPJ-Projekt. Dieses wurde im Jahre 2014 gestartet. Sie verwies an mehreren Stellung auf den Vortrag von Herrn Ulrich. Das Projekt richtet sich an 12 bis 18 jährige Kinder bzw. Jugendliche. Ein geringer Altersunterschied fördere Übergriffe. In dieser Altergruppe gäbe es immer mehr Kinder- und Jugendpornos. Das Dunkelfeld sei sehr hoch. Die Prävention müsse so früh wie möglich beginnen. Die Pädophile würde sich ab der Pubertät entwickeln bzw. entstehen. Es sei eine anonyme Beratung mit einer PIN möglich. Weil sich die Kinder & Jugendlichen noch in der Entwicklung befinden, müsse man ganz genau hinschauen. Deshalb arbeite man mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen. Es gibt noch keine Studien bei pädophilen Kindern & Jugendlichen. Viele Fälle seinen Ersatzhandlungen(K13: Kindersexualität). Warum Therapien bereits mit 12 Jahren beginnen sollen, beantwortet Frau Schlinzig so: Dann beginnt in der Regel die Pubertät. Das Durchschnittalter bei Anfragen & Therapien liegt bei 16 Jahren. Alles muss freiwillig sein, wie auch bei erwachsenen Pädophilen. Viele der Betroffenen hätten große Angst vor Stigmatisierung. Es hänge auch davon ab, in welchem Alter die Kinder/Jugendlichen sexuell aufgeklärt wurden. Beim Standort Berlin gab es bis Ende 2019 rund 293 Diagnosen, davon wurden 156 abgeschlossen. Es gab nur zwei Mädchen, sonst alles Jungen. 41% kamen aus Jugendhilfeeinrichtungen. Ein weiterer Teil wurde von den Eltern zugewiesen. Wenige kamen aus Eigeninitiative. 23% hatten eine Präferenz zu Erwachsenen. 14 Therapien wurden abgeschlossen. Bei Authismus der Kinder/Jugendlichen würde das Risiko zu Übergriffen erhöht sein. Pädophilie sei kein Feteschismus. Ihr Vortrag endete um 14:30 Uhr.    


https://troubled-desire.com/de/

Im Anschluss begann der Vortrag von Frau Schuler. Auch Sie nahm Bezug auf den 1. Vortrag von Herrn Ulrich. Das Stigma bei Pädophilie sei sehr groß. Es gibt in Deutschland keine Meldepflicht für Therapeuten. Eine Meldepflicht würde das Angebot verhindern. Das TD-Projekt wurde durch die Lanzerothe-Erklärung im Jahre 2007 anerkannt. Das Projekt findet ausschließlich im Internet statt. Es bietet in sieben Sprachen ihr weltweites Angebot an. Es gibt seit 2017 ein Schwester-Angebot in Indien. Mit Stand vom 1. Mai 2020 gab es rund 7400 Session. Davon waren 90,9% männlich und 6,9% weiblich. Es folgten eine ganz Reihe von Grafiken, die hier nicht so schnell notiert werden konnten. Das Projekt hat große PR-Werbung durchgeführt. Viele hätten den Online-Fragebogen gegonnen, aber nicht abgeschlossen. Daran wolle man weiter arbeiten. Viele Fragen konnten bei der Veranstaltung nicht beantwortet werden und blieben offen. Man solle sich per EMail melden. Der Vortrag endete um 14:50 Uhr.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten sich alle vier Veranstalter nochmals in einem Gemeinschaftsbild. Sie winkten den Zuschauern zu und bedanken sich für die Teilnahme... 


 

(Update) Online-Informationsveranstaltung(2) am 18. Juni 2020 von 13-15 Uhr: Präventionsangebote Kein Täter werden + Du träumst von ihnen(PPJ) + Troubled Desire 13.06.2020

Offene Frage- und Diskussionsrunde mit Vertretern/Innen des Präventionsnetzwerkes der Berliner Charite zum Thema: Therapeutische Interventionen bei Menschen mit Pädophilie 

Die Präventionsprojekte am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Berliner Charite laden zum 18. Juni 2020 zu einer Online-Veranstaltung ein. Die Informationsveranstaltung richtet sich primär an Fachpublikum sowie an Studierende. K13online hat sich für eine journalistische Berichterstattung angemeldet und wird in einem News berichten. Vorgestellt werden die Projekte: Kein Täter werden(KTW) + Präventionsprojekt Jugendliche(PPJ) + Troubled Desire(TD). Im Anschluss findet eine Frage- und Diskussionsrund statt. Bei der Online-Veranstaltung werden die folgenden Vertreter/Innen der jeweiligen Projekte anwesend sein: Hannes Ulrich(KTW), Eliza Schlinzig(PPJ), Miriam Schuler(TD) und Clara Stockmann(Öffentlichkeitsarbeit). Bei Rückfragen steht interessierten Personen/Stellen Herr Michel Knöbl zur Verfügung. Anmeldeschluss ist der 16. Juni 2020. Alle angemeldeten Teilnehmer erhalten am Morgen der Veranstaltung die Zugangsdaten per EMail übermittelt. Die Vorstellung der Projekte & die Frage- und Diskussionrunde findet im Zeitraum von 13-15 Uhr statt. Bedingt durch die Corona-Einschränkungen fand die 1. Online-Veranstaltung im April d. J. statt. Daran hatten laut KTW-Newsletter 130 Teilnehmer/innen aus Deutschland, Ungarn, Österreich, Niederlanden und der Schweiz teilgenommen. Zur 2. Online-Veranstaltung kann die Anmeldung über den unteren KTW-Link vorgenommen werden. Zur Einladung mit weiteren Informationen gelangen Sie mit einem Klick auf weiterlesen...(Update 18. Juni: KTW hat an alle angemeldeten Teilnehmer zu Zugangsdaten per EMail gesandt) 

https://krumme13.org/news.php?s=read&id=4157

geschrieben von K13online-Redaktion am 20.06.2020 Drucken

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