Landgericht Baden-Baden: Heute 64-jähriger Pfadfinder-Leiter soll 1984 - 1987 Jungen & Jugendliche genötigt haben, ein 7 bis 11-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben

Verteidiger beantragt erfolglos Einstellung des Verfahrens: 71-jähriger Zeuge beschreibt nach rund 30 Jahren den Anklagten als herzlich zu Kindern, aber in bestimmter Weise auch konsequent

Vor dem Landgericht in Baden-Baden hat ein äußerst ungewöhnlicher Prozess begonnen. Ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer will im Kindesalter von 7-11 Jahren von einer Gruppe Jungen & Jugendlichen vergewaltigt worden sein. Ein heute 64 jähriger Pfadfinder-Leiter soll die jungen Pfadfinder in den Jahren 1983 bis 1987 dazu genötigt bzw. angestiftet haben. Erst im Jahre 2017 hatte die heute ca. 44-jährige Frau Strafanzeige erstattet. Gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Landgericht stellte der Verteidiger den Antrag, das Verfahren einzustellen, was aber erfolglos blieb. Der damalige Leiter der Pfadfindergruppe bestreitet alle Tatvorwürfe. Es werden deshalb 24 Zeugen vor Gericht geladen und Aussagen machen. Es wird ein Indizienprozess werden, denn es liegen nach rund 30 Jahren keine stichhaltigen Beweise für eine Gruppen-Vergewaltigung durch die jungen Pfadfinder vor. Völlig unklar ist laut Medienberichten, ob die heute erwachsenen Pfadfinder als Zeugen bzw. als damalige "Täter" aussagen werden. Eine Verurteilung der früheren Jungen/Jugendlichen im heutige Erwachsenenalter ist nicht bekannt. Ohne diese Zeugenaussagen kann der Pfadfinder-Leiter nach rechtstaatlichen Ermessen nicht wegen Nötigung oder Anstiftung verurteilt werden. Die Beweisaufnahme mit den Zeugenaussagen wird an den kommenden Verhandlungstagen am 5. Oktober, 6. Oktober und 15. Oktober 2020 sehr aufschlussreich werden. Besonders interessant wird die Aussage des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers sein. Es ist die Wahrheit angesagt. Oder ist doch alles Lüge? Laut Staatsanwaltschaft soll der Leiter der Pfadfindergruppe alle beteiligte Kinder und Jugendliche durch einen «Pfadfinderschwur» genötigt haben, niemandem von dem Geschehen zu erzählen. Werden sie ihren Schwur brechen, wenn es diesen denn überhaupt gegeben hat? Zitate SZ: Ein Zeuge, der seit den 70er Jahren organisatorisch bei den Pfadfindern in Baden-Baden tätig ist, beschrieb den Angeklagten als überaus engagiert und aktiv. Nachdem er als junger Mann 1979 oder 1980 dazugestoßen war, habe sich die Zahl der Pfadfinder mehr als verdoppelt. "Er hat sehr viel Leben in die Bude gebracht." K13online wird an einem Verhandlungstag zur journalistischen Berichterstattung dabei sein und in einem News berichten... 

https://www.sueddeutsche.de/panorama/baden-wuerttemberg-pfadfinder-missbrauch-vergewaltigung-prozess-1.5050411



Staatsanwaltschaft Baden-Baden

Landgericht Baden-Baden verhandelt über den Vorwurf der Gruppenvergewaltigung eines Kindes 

Mit ihrer Anklageschrift vom 09.04.2020 wirft die Staatsanwaltschaft Baden-Baden einem jetzt 64jährigen deutschen Staatsangehörigen vor, zu einem nicht näher feststellbaren Zeitpunkt zwischen 1983 und 1987 als erwachsender Leiter einer Pfadfindergruppe in Baden-Baden mehrere kindliche bzw. jugendliche Pfadfinder benötigt zu haben, ein damals 7-11jähriges Mädchen, das ebenfalls Mitglied der Pfadfindergruppe war, nackt auszuziehen, auf einem streckbankähnlichen Tisch anzubinden und dann zu vergewaltigen. Die Beteiligten habe er anschließend durch "Pfadfinderschwur" genötigt, niemanden von dem Geschehen zu berichten. Im Rahmen der Ermittlungen waren zahlreiche weitere massive, als Pfadfinderübungen getarnte Missbrauchstaten an etlichen Kindern und Jugendlichen zu Tage getreten, die wegen Verjährung aber nicht mehr zur Anklagte gebracht werden konnten.

Die 2. Große Strafkammer hat zu der am 30.09.2020 um 09:00 Uhr im Sitzungssaal 118 beginnenden und am 05., 06. und 15.10.2020 fortzusetzenden Hauptverhandlung 24 Zeugen geladen.

https://staatsanwaltschaft-baden-baden.justiz-bw.de/pb/,Lde/7261879/?LISTPAGE=5021555

 

O D E R

geschrieben von K13online-Redaktion am 01.10.2020 Drucken

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