Psychologin Monika Egli-Alge(forio-CH) im Interview - Müssten wir als Gesellschaft unseren Umgang mit Pädophilen überdenken? Definitiv. Diese Stigmas «Pädophil gleich Kinderschänder» stimmt nicht

Wie viele Pädophile vergehen sich denn an Kindern?(Vanessa Hann): "Jeder zweite Täter von sexuellen Delikten an Kindern hat eine pädophile Neigung"(Monika Egli-Alge)

Die schweizer Psychologin Monika Egli-Alge(forio-CH) hat erneut ein Interview zum Thema der Pädophilie gegeben. Auf die Frage "Wie viele Pädophile vergehen sich denn an Kindern?" antwortet Egli-Alge nicht ganz richtig: Knapp die Hälfte der Personen mit pädophiler Neigung begehen Delikte. Das kann in Form von sexuellen Übergriffen sein oder indem sie illegale Abbildungen von sexuellem Kindesmissbrauchs nutzen, sprich Kinderpornografie. Abgesehen davon, dass Sie nicht zwischen Einvernehmlichkeit und sexuellen Übergriffen differenziert, ist die sogenannte "Dunkelziffer" völlig unbekannt. Sie relativert ihre Aussage jedoch richtig: Ausserdem hat man festgestellt, dass jeder zweite Täter von sexuellen Delikten an Kindern eine pädophile Neigung hat. Statistische Zahlen liegen nur im sogenannten "Hellfeld" vor. Bei den Verurteilten sind also rund die Hälfte nicht pädophil. Im Gegensatz zu den deutschen Präventionsnetzwerken "Kein Täter werden/KTW" kommen in der Schweiz zu "forio" rund 70% der Pädophilen und Nicht-Pädophilen auf gerichtliche Anordnung in die Therapie. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nur 30% der Personen freiwillig in eine Therapie gehen. Im Übrigen können sogenannte "Zwangstherapien" auf richterliche Anordnung grundsätzlich nicht zum Erfolg führen. Genau aus diesem Grunde finden KTW-Therapien in Deutschland nur auf freiwilliger Basis statt. Ein gravierender Unterschied zwischen forio und KTW besteht auch im Folgenden: Viele Patienten sind nicht kernpädohil, sondern leben in einer Beziehung mit einem erwachsenen Partner. Die KTW-Standorte in Deutschland neben nur Kernpädophile in eine Therapie auf. Völlig indiskutabel ist die folgende Aussage von Egli-Alge zur chemischen Kastration: Von unseren Patienten sind nur ganz wenige chemisch kastriert, also mit Anti-Androgenen behandelt. Bei sechs Personen haben wir das als nötig erachtet und empfohlen. K13online verurteilt eine solche Behandlung auf das Schärfste. Weiter sagt Egli-Alge: Viele Patienten, die bei uns in Therapie sind, werden gleichzeitig zu ihrer Pädophilie depressiv. Ein nachvollziehbarer Prozess, wenn man gegen sein heikles Begehren nichts tun kann. Diese Patienten werden dann mit Anti-Depressiva behandelt, was zur Minderung der Libido führt. Das empfinden viele als angenehm. Es trifft sicherlich zu, dass es Pädophile gibt, die in tiefe Depressionen verfallen. Der Grund dafür liegt jedoch oft an der gesellschaftlichen Ausgrenzung & Verfolgung und eher weniger an der sexuellen Identität der Pädophilie... 

https://www.badenertagblatt.ch/leben/interview-therapeutin-ueber-paedophilie-im-gruenen-bereich-viele-fuehren-eine-normale-beziehung-ld.2121665



Identischer Artikel bei Watson.ch 

https://www.watson.ch/schweiz/interview/253703335-therapeutin-nicht-alle-paedophile-vergewaltigen-kinder 

Monika Egli-Alge ist Psychologin und Geschäftsführerin des Forensischen Instituts Ostschweiz «forio». 


 

Schweizer Fernsehen(SRF) - Tabuthema Pädosexualität: Ab November 2020 neues Präventionsangebot für Pädophile an der Universitäre Psychiatrische Kliniken in Basel 17.11.2020

Prof. Dr. med. Marc Graf: «Man sollte aufpassen, dass man gerade Menschen, die nicht straffällig werden, nicht noch mehr stigmatisiert.» Je mehr man sie in die soziale Isolation treibe, desto grösser sei die Wahrscheinlichkeit...

Der Schweizer Bundesrat unterstützt ab November 2020 einen Ableger des Deutschen Präventionsnetzwerkes von "Kein Täter werden/KTW". Die Leitung hat Prof. Dr. med. Marc Graf,  Direktor der Klinik für Forensik in Basel. Neben den bekannten "kognitiven Verzerrungen" hinsichtlich der Pädophilie hat sich Graf im SRF-Interview jedoch auch zur Stigmatisierung geäußert, die auch K13online ähnlich sieht: Man sollte aufpassen, dass man gerade Menschen, die nicht straffällig werden, nicht noch mehr stigmatisiert.» Je mehr man sie in die soziale Isolation treibe, desto grösser sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie dysfunktionale nicht geeignete Bewältigungsstrategien wählten. Leider macht Graf mit der folgenden Äußerungen den positiven Ansatz gleich wieder rückgängig: Die grösste Gefahr. Am Ende vernetzen sie sich zum Beispiel mit anderen Betroffenen und werden trotzdem straffällig. Es ist dringend erforderlich und lange überfällig, dass sich die Pädophilenszene auch international und auf politischer Ebene viel besser und effektiver vernetzt. Dabei müssen persönliche Gefühle und pädosexuelle Beziehungen des Einzelnen völlig außen vor bleiben, denn es geht dabei ausschließlich um pädophilen Aktivismus. Der SRF führt in seinem Beitrag auch einen nicht kernpädophilen Simon D. vor, der dem geneigten Publikum als Erfolgserlebnis vorgestellt wird: Mein Körper spricht auf Kinder an, selbst verurteile ich das zutiefst. Wer seine sexuelle Orientierung/Neigung/Identität zutiefst verurteilt, der kann kein zufriedenes Leben führen. Nach Schätzungen der Berliner Charite/KTW soll es in Deutschland rund 250 Tsd Pädophile geben. Demnach liegt die Zahl der Pädophilen in der Schweiz bei 30 Tsd. Und die neue Generation wächst gerade heran. Im Zeitraum von 2014 bis 2018 hatten sich nur 10 Pädophile bei der UPK für eine Therapie gemeldet. Diese geringe Zahl zeigt die Relationen zur Gesamtheit der Pädophilen in der Schweiz deutlich auf. Die weit überwiegende Mehrheit der Pädophilen wird sich mit Sicherheit niemals einer Therapie unterwerfen, die einen totalen Verzicht auf die sexuelle Identität erwartet. Gerade deswegen klicken Sie auf den unteren Link und lesen weiter...  

https://krumme13.org/news.php?s=read&id=4329

Aargauer Zeitung im Interview mit der Psychologin Monika Egli-Alge(Schweizer Ableger vom deutschen Präventionsprojekt von Kein Täter werden/KTW): Die meisten Pädophilen sind keine Monster 21.07.2020

Wenn wir zum Beispiel einen Menschen mit einem attraktiven Körper im Schwimmbad sehen, kann es sein, dass wir eine sexuelle Fantasie haben. Wir fallen aber nicht über alles her, was wir sexuell attraktiv finden. Die meisten Pädophilen machen das auch nicht

Das Präventionsnetzwerk von "Kein Täter werden/KTW" gibt es in Deutschland in 12 Bundesländern und damit an 12 Standorten. Außerhalb von Deutschland gibt es ein solch vergleichbares Projekt nur noch in der Schweiz: FORIO. Damit sind diese Projekte weltweit einzigartig. Diese Einzigartigkeit hat natürlich gesellschaftliche, politische und mediale Auswirkungen auf den gesamten Mainstream. Das Motto lautet primär: STOP das STIGMA !!! Psychologin Monika Egli-Alge: "Die Mehrheit der Pädophilen begeht keine Übergriffe. Auch wer nicht auf Kinder steht, hat sexuelle Fantasien, die er oder sie nicht ausleben kann. Wenn wir zum Beispiel einen Menschen mit einem attraktiven Körper im Schwimmbad sehen, kann es sein, dass wir eine sexuelle Fantasie haben. Wir fallen aber nicht über alles her, was wir sexuell attraktiv finden. Die meisten Pädophilen machen das auch nicht. Die meisten Delikte an Kindern werden von nicht-pädophilen Tätern begangen – aus anderen Motiven". Mit ganz wenigen Ausnahmen haben alle Pädophile/Pädosexuelle ihre sexuelle Identität unter Kontrolle. Dies ist grundsätzlich bei Heterosexuellen und Homosexuellen etc. genauso. Allerdings trägt die massive Ausgrenzung & Verfolgung nicht dazu bei, ein latentes Risiko zu minimieren, sondern erhöht dieses. Es bedarf deshalb eines Paradigmenwechsels. Die Mainstream-Medien spielten dabei die wichtigste Rolle. Auch der folgende Aussage von Egli-Alge kann sich K13online anschließen: "Menschen mit einer pädophilen Sexualpräferenz können sich oft sogar besonders gut in Kinder einfühlen. Sie haben zwar ihre sexuellen Fantasien, aber sie leben sie nicht aus. Untersuchungen zeigen, dass die Mehrheit der diagnostizierten Pädophilen deliktfrei ist." Trotzdem halten sich Desinformation & Vorurteile im gesamten Mainstream beharrlich. Und werden durch unseriösen Journalismus auch noch gefördert. Auch aus diesem Grunde greift K13online Presseberichte verstärkt auf und berichtet, wenn Artikelinhalte dazu beitragen, das STIGMA zu reduzieren. Die Zielsetzungen von KTW/FORIO sind mit unseren Kern-Positionen zwar nicht vereinbar. Jedoch tragen diese Projekte dazu bei, dass zumindest die Pädophilen, dies sich an die Vorgaben halten, anerkannt werden müssen. Die differenzierte Akzeptanz der Pädophile ist die grundlegende Voraussetzung für einen besseren Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt gegen Jungen & Mädchen. An dieser Erkenntnis mangelt es jedoch auf allen Ebenen...

https://krumme13.org/news.php?s=read&id=4223

geschrieben von K13online-Redaktion am 08.04.2021 Drucken

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