Familienfotos statt Kinderpornos: Das Verfahren gegen einen 37-Jährigen wegen angeblichen Besitzes von Kinderpornographie wird von Amtsgericht in Dillenburg eingestellt

Ein 37-jähriger Familienvater verliert nach Hausdurchsuchung das Umgangsrecht seines Sohnes: Ein Sachverständiger einer IT-Agentur hatte die Inhalte der Festplatten ausgedruckt und vorgelegt

Im Februar und im Juli 2019, so der Vertreter der Anklage, sei die Wohnung des Angeklagten in Köln durchsucht und dabei eine Festplatte mit Knaben-Fotos sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Auswertung des Computers an eine private IT-Agentur übergeben. Der Gesetzgeber hat eine solche externe Auswertung durch Privatunternehmen legalisiert, weil die Ermittlungsbehörden selbst schon seit Jahren personell völlig überlastet sind. Nach Inkrafttreten des neuen § 184 ff. StGB werden massenweise hoheitliche Aufgaben des Staates an private Firmen übertragen werden müssen, um die Flut der Verfahren bewältigen zu können. Bis zur Gerichtverhandlung blieb unklar, wie es überhaupt zu einer Anklage kommen konnte. Der Familienvater hatte schon nach der Hausdurchsuchung das Umgangsrecht für seinen Sohn verloren. Erst jetzt, wo das Verfahren vom Amtsgericht eingestellt wurde, wird er auch noch für das Umgangsrecht kämpfen müssen. Der zu Unrecht Angeklagte hatte schon bei der Durchsuchung seiner Wohnung einen unermäßlichen Schaden genommen. Dieser Schaden ist durch die Verfahrenseinstellung in keiner Hinsicht wieder gut zu machen. Dieser Fall macht beispielhaft deutlich, was Verdächtige ab dem 1. Juli 2021 zu erwarten haben, wenn der neue § 184 ff. StGB in Kraft getreten ist. Denn dann werden solche Verdächtige, die bei Weiterem nicht pädophil sein müssen, sondern Familienväter etc. sind, eines "Verbrechens" beschuldigt werden. Dadurch erhalten die Ermittlungsbehörden eine Vielzahl von weiteren Befugnisse. Das ohnehin schon vorhandene Unrecht wird noch weiter ausgebaut werden. Das politisch aufgebaute Lügengebäude für einen angeblich besseren Kinderschutz wird zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. In diesem Beispiel und allen vergleichbaren Fällen gibt es nur ein Opfer: Den Familienvater, der das Umgangsrecht für seinen Sohn zurück erkämpfen muss. Dabei wünschen wir Ihm viel Kraft und alles Beste. Am 26. September sind Bundestagswahlen. Gehen Sie zur Wahl und geben ihre Stimme einer Partei, die für solche Gesetze keine Verantwortung tragen.... 

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Zitate

DILLENBURG - Überraschende Wende im Kinderpornoprozess vor dem Dillenburger Amtsgericht. Dort musste sich ein 37-jähriger Kölner verantworten. Der Vorwurf von Amtsanwalt Jürgen Bietz lautete auf Besitz von Kinderpornografie; außerdem habe der Angeklagte am Abend des 14. Februar 2019 pornografische Aufnahmen von seiner Freundin gemacht und verschickt. Am Ende blieb von den Vorwürfen nichts übrig.

Fahnder durchsuchen Wohnung in Köln

Im Februar und im Juli 2019, so der Vertreter der Anklage, sei die Wohnung des Angeklagten in Köln durchsucht und dabei eine Festplatte mit Knaben-Fotos sichergestellt worden. Dabei aber, so erklärte der Angeklagte nach Inaugenscheinnahme der Fotos, handelte es sich um Aufnahmen von einer Familienfeier vor rund 20 Jahren; alle hier abgebildeten Kinder gehörten zu seiner Verwandtschaft: "Der geht inzwischen zur Uni, das bin ich als Kind, das ist meine Oma!"
 
Der Sachverständige einer IT-Agentur aus Südhessen, der den Inhalt der Festplatten ausgedruckt und vorgelegt hatte, konnte nach erneuter Prüfung des Fotomaterials ebenfalls keine strafbaren Tatbestände erkennen; er bestätigte die Aussagen des sehr aufgeregten Angeklagten. Denn für diesen ging es unter anderem darum, das Umgangsrecht mit seinem Sohn zurückzubekommen, das ihm aufgrund der Ermittlungen entzogen worden war.
 
 
geschrieben von K13online-Redaktion am 24.05.2021 Drucken

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