ZDF-WISO #Kinder allein im Netz: Dokumentation bringt Eltern und ihre Kinder zusammen und lässt die jüngere Generation erzählen, was sie an den Social-Media-Plattformen reizt

Dokumentarfilm(Tschechien) "Gefangen im Netz" kommt in deutsche Kinos & Schulen: Die ZEIT & K13online kritisieren den Film scharf und erläutern in den Kommentaren die Wahrheit & die Pflicht

Weitgehend unaufgeregt und ausgewogen informiert die Dokumentation "Kinder allein im Netz" beim ZDF-WISO über  Chancen und Gefahren in den sozialen Netzwerken. Freundschaft, erste Liebe, Sex – Kinder und Jugendliche suchen ihre Identität auch im Internet und probieren sich aus. Nackt-Selfies werden schnell als Mutprobe oder Liebesbeweis verschickt, ohne an Konsequenzen zu denken. Die Doku beleuchtet zudem die Gefahren von Cybergrooming, aber im Zusammenhang mit vielen anderen Problemen. Die WISO-Dokumentation bringt Eltern und ihre Kinder zusammen und lässt die jüngere Generation erzählen, was sie an den Social-Media-Plattformen reizt. Das genaue Gegenteil ist im Film "Gefangen im Netz" zu sehen. Die ZEIT und K13online kritisiert die Inhalte scharf. Auch andere Mainstream-Medien haben sich dieser Kritik angeschlossen. Eine andere und gekürzte Version soll sogar in Schulen gezeigt werden. Einen solch unseriösen Film den Jungen & Mädchen vorzuführen, ist im höchsten Maße verwerflich und völlig kontraproduktiv. Die Inhalte desinformieren und schüren irrationale Ängste bei den Kids & Jugendlichen. Die Bildungsministerien der Bundesländer sollten diesen Film verbieten. Die Schulverwaltungen sollten das Angebot von Vorführungen nicht annehmen. Stattdessen gibt es eine bessere Alternative mit der ZDF-WISO Dokumentation. Diese enthält zwar auch einige Mängel, aber diese sind nicht so gravierend. Lesen Sie die Kritik bei ZEIT-Online und die K13online-Kommentare mit einem Klick auf weiterlesen.. 

https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/kinder-allein-im-netz----wie-sicher-sind-tiktok-und-co-100.html



 

Zitate

Besonders wichtig wäre bei einer Sichtung in der Schule allerdings, auch über den Film selbst zu sprechen – gerade angesichts seiner Schwächen.

Schon der Versuchsaufbau bewegt sich in der ethischen Grauzone: Hier werden Männer bewusst vorgeführt, was andere Filmprojekte wie die Serie Tatort Internet schon vor mehr als zehn Jahren taten und wofür sie kritisiert wurden. Die Täter werden mit "Scheinkindern" getäuscht, damit man ihnen auf die Schliche kommen kann. Deren Reaktionen werden dann so bewertet, als wären hier "echte" Kinder missbraucht worden, obwohl – eng gesehen – kein Kind leidet. Die Männer werden als "eklig" und "widerlich" bezeichnet. Zu deren Schutz zeigt der Film die Gesichter zwar verpixelt; Augen und Zähne sind aber sichtbar. Das macht aus ihnen fratzenhafte Avatare. Man schaut ihnen mit einer Mischung aus Horror und Faszination zu.

K13online Anmerkungen

In der Tat: Bei diesen und allen solchen Fallenstellern kommt KEIN Kind zu Schaden. Es wird eine Schädigung von Kindern vorgegaukelt, der niemals real stattgefunden hat. Der Zweck ist klar: Ängste sollen bei Kindern und insbesondere bei den Eltern geschürt werden. Die betroffenen Männer werden vorgeführt, um dem Sensationsbedürfnis der Zuschauer/Innen gerecht zu werden. Schließlich muss die Zuschauerzahl hoch sein. Mit effektiven Kinderschutz hat dies nicht das Geringste zu tun. Es ist reine Propaganda und Hetze auf Pädophile....

Und obwohl sich die Regisseure so auf die Täter fixieren, ordnen sie deren Handeln kaum ein. Warum machen so viele Männer (und wenige Frauen) das? "Nur drei bis fünf Prozent der Täter im Netz sind Pädophile", heißt es an einer Stelle im Film, also Menschen mit einer sexuellen Ausrichtung auf vorpubertäre Kinder. Was ist mit den anderen 95 Prozent? Das beantwortet der Film nicht.

K13online Anmerkungen 

Natürlich beantwortet der Film diese Frage vorsätzlich nicht. Die 95% der Nicht-Pädophilen werden einfach zu den Pädophilen dazu gezählt. Niemand kümmert sich um die Menschen, die nicht pädophil sind. DAS ist auch kein Wunder, denn dann müsste die Mehrheitsgesellschaft der Heterosexuellen gegen heterosexuelle Menschen vorgehen. Da ist es doch viel einfacher, alles den Pädophilen in die Schuhe zu schieben. DAS beruhigt ungemein das eigene Gewissen. Die Heterosexuellen tragen also nicht zum Kinderschutz in ihren eigenen Reihen bei. 

Vor allem aber nimmt Gefangen im Netz die Kinder selbst zu wenig in den Blick. Mädchen und Jungs, die Missbrauch erleben, kommen nicht zu Wort. Die Eindrücke erwachsener Schauspielerinnen helfen nur bedingt zu verstehen, was die Übergriffe bei Kindern auslösen. Was wünschen sie sich? Was brauchen sie? Würden sie Melde- und Hilfesysteme nutzen, wenn diese leicht erreichbar wären? 

K13online Anmerkungen

Der Film lässt keine reale und betroffene Kinder zu Wort kommen. Die Schauspielerinnen sind alles Erwachsene. Man hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, solche Kinder zu finden. In vergleichbaren Filmen werden solche Kinder oft vorgeführt. Und damit soll bewiesen werden, dass es NUR solche Kinder gibt. Völlig unterschlagen wird dort wie hier die Realität, dass die weit überwiegende Mehrheit der betroffenen Kinder überhaupt keine Probleme damit haben dürften. Oft wird es auch so sein, dass die Kinder selbst die Initiative dazu ergreifen - und deshalb keinerlei Interesse an einer Verfolgung haben. Genau solche Kinder sollten eine Stimme in den Mainstream-Medien erhalten. Die Wahrheit der täglichen Erlebnisse will ganz offensichtlich niemand wissen. Die Realität ist medial und politisch nicht erwünscht. Die Pflicht eines verfehlten "Kinderschutzes" bestimmt das Denken & Handeln auf allen Ebenen... 

Quelle

https://www.zeit.de/kultur/film/2021-06/gefangen-im-netz-dokumentarfilm-sexuelle-gewalt-kinder-cybergrooming/komplettansicht

geschrieben von K13online-Redaktion am 29.06.2021 Drucken

Copyright by K13-Online-Redaktion