SPIEGEL-Online(Laura Binder): Nick Hein und die Pedo-Hunters - Wie ein Ex-Kampfsportler auf YouTube angebliche Missbrauchstäter in die Falle lockt

Ehemaliger Vorsitzender Bund Deutscher Kriminalbeamter und neuer SPD-Bundestagsabgeordneter Sebastian Fiedler: "Wir können nicht sicher sein, ob sie vermeintliche Täter zur Tat provozieren und das nicht zeigen" 

Nick Hein & seine Einhorncrew(ehemals Pedo-Hunters) haben es nun tatsächlich in den SPIEGEL geschafft. Allerdings hagelt es in dem Artikel von Laura Binder an herber Kritik. Strafverteidigerin Jenny Lederer: »Bei dem untauglichen Versuch einer Straftat, wie in diesem Fall, wo es gar kein Kind gibt, sondern nur Erwachsene, die sich als ein solches ausgeben, weiß der provozierende Erwachsene von vornherein, dass eine Vollendung mangels Kindes ausgeschlossen ist.« Lederer war Sachverständige des Deutschen Anwaltvereins im Bundestag, als der Entwurf zur Versuchsstrafbarkeit bei Cybergrooming vorgestellt wurde. Sie hält es für problematisch, wenn nicht Beamte, sondern auch Privatpersonen, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen, den strafbaren Versuch herbeiführen können. K13online schließt sich auch den Ausführungen von Sebastian Fiedler, den ehemaligen Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und neugewählten Bundestagsabgeordneten (SPD) an: Alles, was vor der Übergabe an die Polizei stattfinde, unterliege nicht den Regeln eines Ermittlungsverfahrens. Wir können nicht sicher sein, ob sie vermeintliche Täter zur Tat provozieren und das nicht zeigen. Das macht in der Beweisführung für Verteidiger ungeahnte Felder auf. »Nick Hein holt sich billigen Applaus ab von Leuten, die denken: Endlich tut da jemand was«, sagt Fiedler. »Er tut das aber für die Klicks, als Unterhaltungsformat. Genau darin liegt aus Sicht von K13online das Hauptproblem: Der bildungsfremde Mob & Pöbel wird aufgewiegelt und animiert, in die gleiche Kerbe zu schlagen. Nick Hein & seine Einhorncrew sind die "geistigen Brandstifter" für das Dummvolk, welches kritiklos Beifall klatscht.... 

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Zitate und Anmerkungen aus dem Bezahlartikel bei SPIEGEL-Online, der bei uns als PDF-Datei angefordert werden kann

Fragt man Nick Hein, ob er Selbstjustiz verübe, sagt er: »Wir distanzieren uns klar von Selbstjustiz. Wir gehen in diesem Format an die Grenzen, aber überschreiten sie nie. Wir missachten den Rechtsstaat nicht.« 

K13online Anmerkungen

Je mehr man sich diese verzerrte Wahrnehmung einredet, je mehr glaubt man fest daran.

Fragt man Sebastian Fiedler, den ehemaligen Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und neugewählten Bundestagsabgeordneten (SPD), sagt er: Die »Pedo Hunters« seien ein Teilaspekt von Selbstjustiz. Alles, was vor der Übergabe an die Polizei stattfinde, unterliege nicht den Regeln eines Ermittlungsverfahrens. »Wir können nicht sicher sein, ob sie vermeintliche Täter zur Tat provozieren und das nicht zeigen. Das macht in der Beweisführung für Verteidiger ungeahnte Felder auf.«

K13online Anmerkungen

Aus dem Spiegel-Artikel geht weiter hervor, dass bisher kein Fall der Lockvögel bekannt wurde, wo ein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Alle Männer, die bisher in die Falle getapt sind, wurden noch nicht einmal angeklagt. Damit liegen mit Stand von heute keine Straftaten der Männer vor. Die Verteidiger der Männer dürften leichtes Spiel haben. 

Fragt man Strafverteidigerin Jenny Lederer, ob die »Pedo Hunters« verbotenerweise zu Straftaten anstiften, sagt sie: »Was diese Gruppe tut, ist nicht zwingend eine Anstiftung im technischen Sinne, es ist eine Sonderproblematik.« Der Anstiftervorsatz müsse auf die Vollendung einer Haupttat gerichtet sein, sagt Lederer. »Bei dem untauglichen Versuch einer Straftat, wie in diesem Fall, wo es gar kein Kind gibt, sondern nur Erwachsene, die sich als ein solches ausgeben, weiß der provozierende Erwachsene von vornherein, dass eine Vollendung mangels Kindes ausgeschlossen ist.«

K13online Anmerkungen

Wir schließen uns der folgenden Feststellung an: Lederer war Sachverständige des Deutschen Anwaltvereins im Bundestag, als der Entwurf zur Versuchsstrafbarkeit bei Cybergrooming vorgestellt wurde. Sie hält es für problematisch, wenn nicht Beamte, sondern auch Privatpersonen, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen, den strafbaren Versuch herbeiführen können. Dass das Material vor Gericht verwertbar ist, stellt Lederer infrage. »Aus meiner Sicht ist das Fallenstellen sehr gefährlich, da online Hemmschwellen bei potenziellen Tätern abgebaut werden. Diese Chats sind immer auch Dialog, eine Interaktion«, sagt sie. Durch die Fake-Profile und ein Aufstacheln im Rahmen des Chat-Dialoges könnten Menschen provoziert werden, die nie vorgehabt hätten, übergriffig zu werden. 


 

Nick Hein & seine Pedo-Hunters ändern nach herber Kritik ihre Namensbezeichnung: Die Einhorncrew stellt einem Mann mit einem jugendlichen Lockvogel mit verstellt kindlicher Stimme eine Falle 15.11.2021

Wenn der "Täter" irrig annimmt es handelt sich um ein Kind(§ 176 Abs. 6 StGB): Die scheidende Bundesregierung hatte Anfang 2020 solche Fallenstellungen für Jedermann/Frau legalisiert und den Versuch des Versuchs unter Strafe gestellt  

Nach einer "kreativen" Pause von fünf Monaten haben sich Nick Hein & seine Pedo-Hunters mit einer geänderten Namensbezeichnung & teilweise neuem Konzept wieder zurück gemeldet. Die Einhorncrew stellt im neuen Video einem Mann mit einem zumindest jugendlichen Lockvogel mit tatsächlich kindlicher Stimme eine Fall. Vom äußeren Erscheinungsbild wirkt der Lockvogel allerdings wie ein junger Mann. Nick Hein lässt in seinem neuen Video auch einen vermeintlichen Pädophilen zu Wort kommen, der sich an Ihn wandt haben will. Hein erklärt gegenüber dem Mann: "Ich hab kein Problem damit, wenn man eine solche Neigung hat und dagegen aktiv angeht, indem man sich Hilfe sucht. Im Anschluss wird die Polizei gerufen und nach einer Hausdurchsuchung soll der Mann in U-Haft gekommen sein. Hein erklärt weiter: Wir stehen zwischen dem Staat und der Selbstjustiz. Dieser Staat bzw. die scheidende Bundesregierung aus CDU/CSU & SPD hat es Anfang 2020 ermöglicht, dass Jedermann/Frau sich berufen sehen kann, mit Lockvögeln solche Fallen zu stellen. Es muss kein Kind mehr persönlich involviert sein, um sich strafbar zu machen. Es reicht aus, wenn der "Täter" irrig annimmt, es handelt sich um ein Kind. Der Gesetzgeber hatte damals den neuen Straftatbestand des § 176 Abs. 6 StGB eingeführt. Seitdem ist bereits der Versuch des Versuches(untauglicher Versuch) mit Freiheitsstrafe bedroht. Diese Gesetzeslage nutzen die Einhörner aus. Dieses Unrechtsgesetz leistet allen Fallenstellern Vorschub und hat den Einsatz von Lockvögeln gesellschaftlich etabliert. Reale Kinder werden damit nicht geschützt, denn ein Lockvogel muss kein Kind sein. Eine neue Ampel-Koalition wird aufgerufen, diesen verfassungswidrigen Straftatbestand wieder aus dem StGB zu streichen. Die Fraktionen von FDP & GRÜNEN & & LINKEN hatten sich im Januar 2020 im Bundestag der Stimme enthalten. Bei den laufenden Koalitionsverhandlungen muss die SPD davon überzeugt werden, dass ein solch latendes Gefährdungsdelikt(Gesinnungsstrafrecht) mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.... 

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geschrieben von K13online-Redaktion am 13.12.2021 Drucken

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