Prozessbeginn & Medienspektakel vor dem Landgericht Köln: Der bekannte Kinderfotograf Achim Lippoth soll einige seiner Kindermodels sexuell missbraucht haben

Verteidiger Prof. Dr. Ulrich Sommer erklärt mit zwei weiteren Rechtsanwälten in einer umfangreichen Stellungnahme: "Aus unserer Sicht ist dieses Verfahren manipuliert und korrumpiert"

Mit einem großen Medienspektakel hat gestern der Prozess gegen den renommierten Kinderfotografen Achim Lippoth vor dem Landgericht in Köln begonnen. Nach dem Verlesen der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft gab der Verteidiger Prof. Dr. Ulrich Sommer, der schon den Ex-Fußballer Christoph Metzelder verteidigt hatte, eine umfangreiche Erklärung ab: „Unser Mandant wird sich schweigend verteidigen“, teilt der Strafverteidiger zu Beginn mit. Dann holt er aus – und wirft den ermittelnden Beamten Fehlverhalten vor. Sie hätten Gerüchte und Verdachtsfälle für Tatsachen gehalten; hätten ein sich selbst bestätigendes System gebaut, in dem Lippoth nur Täter sein kann; hätten Druck auf mutmaßliche Opfer ausgeübt, dass diese auch aussagten. „Da arbeitet keiner an der Wahrheitsforschung“, sagt Sommer. „Man arbeitet daran, eine Person ins Gefängnis zu bringen.“ Bis zur Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Auch den Journalisten des „Zeit-Magazins“ macht der Strafverteidiger Vorwürfe. Sie suggerierten, zusammen mit den von ihnen interviewten Menschen aus Lippoths Umfeld, seine Schuld. „Aus unserer Sicht ist dieses Verfahren manipuliert und korrumpiert“, sagt Sommer. Lippoth schaut währenddessen durch den Gerichtsraum, verhält sich unauffällig, faltet mal die Hände vor dem Bauch zusammen oder verschränkt die Arme vor der Brust.(Zitate FAZIn Köln endet der erste Prozesstag nach rund 90 Minuten, in denen es vor allem um prozesstechnische Belange geht. Insgesamt sind 28 Termine angesetzt, sie werden sich vermutlich bis in den Herbst hinziehen. Am 14. Juni soll weiterverhandelt werden. K13online beabsichtigt, an mindestens einem Verhandlungstag zum Landgericht nach Köln zu fahren, um LIVE berichten zu können... 

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kinderfotograf-wegen-sexualisierter-gewalt-in-koeln-vor-gericht-18071546.html



Zitate

„Da arbeitet keiner an der Wahrheitsforschung“

Während Lippoth im Sommer 2021 die Vorwürfe gegenüber dem Magazin über seine Anwälte bestritt, teilt der Rechtsbeistand des Fotografen kurz nach Prozessbeginn mit, dass sich der Fotograf nicht zu den Vorwürfen äußern wolle. Und so sagt Lippoth an diesem Tag bis auf eine Ausnahme nichts: Nur als der Vorsitzende Richter ihn bittet, sich vorzustellen, antwortet er. Immer kurz angebunden, oft auch nur einsilbig. Ansonsten überlässt er das Reden seinen drei Verteidigern, in erster Linie Ulrich Sommer, der nach dem Verlesen der Anklage eine lange Erklärung abgibt.

„Unser Mandant wird sich schweigend verteidigen“, teilt der Strafverteidiger zu Beginn mit. Dann holt er aus – und wirft den ermittelnden Beamten Fehlverhalten vor. Sie hätten Gerüchte und Verdachtsfälle für Tatsachen gehalten; hätten ein sich selbst bestätigendes System gebaut, in dem Lippoth nur Täter sein kann; hätten Druck auf mutmaßliche Opfer ausgeübt, dass diese auch aussagten. „Da arbeitet keiner an der Wahrheitsforschung“, sagt Sommer. „Man arbeitet daran, eine Person ins Gefängnis zu bringen.“

Bis zur Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung

Auch den Journalisten des „Zeit-Magazins“ macht der Strafverteidiger Vorwürfe. Sie suggerierten, zusammen mit den von ihnen interviewten Menschen aus Lippoths Umfeld, seine Schuld. „Aus unserer Sicht ist dieses Verfahren manipuliert und korrumpiert“, sagt Sommer. Lippoth schaut währenddessen durch den Gerichtsraum, verhält sich unauffällig, faltet mal die Hände vor dem Bauch zusammen oder verschränkt die Arme vor der Brust.

Während seiner Zeit als Kinderfotograf machte Lippoth unter anderem Aufnahmen für die „New York Times“, die „Vogue“, die „Zeit“ und viele andere international bekannte Medien. Auch für die Organisation „Innocence in Danger“, die sich weltweit gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern einsetzt, hat Lippoth fotografiert. Mittlerweile hat die Organisation angekündigt, alle Bilder von Lippoth, die für sie zwischen 2004 und 2016 entstanden sind, aus dem Verkehr zu ziehen.

In Köln endet der erste Prozesstag nach rund 90 Minuten, in denen es vor allem um prozesstechnische Belange geht. Insgesamt sind 28 Termine angesetzt, sie werden sich vermutlich bis in den Herbst hinziehen. Am 14. Juni soll weiterverhandelt werden. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

  


 

http://www.dr-sommer.de


 

ZEITmagazin hat zum Kinderfotografen Achim Lippoth monatelang recherchiert: Kollegen, Angestellten, seiner Agentin, seinem Vater, mit Behörden, Eltern und mut­maßlichen Opfern 24.05.2022

Lippoth fotografierte auch eine Kampagne gegen sexuellen Missbrauch für Innocence in Danger: "Leider ist es nicht das erste Mal, dass dieser klug und strategisch agierende Tätertypus versucht, Kinderschutzorganisationen in seine verbrecherischen Handlungsmuster einzubeziehen"

Dem K13online durch den früheren pojkart-Verlag herausgebrachten Bildband "Kinder vor der Kamera"(1992) bekannten Kinderfotografen Achim Lippoth wird sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen. Er fotografierte unter anderem auch für die New York Times, die Vogue, den Spiegel, das Süddeutsche Zeitung Magazin und auch die ZEIT sowie das ZEITmagazin. Als Mode- und Werbefotograf arbeitete er für international erfolgreiche Firmen, unter anderem Dolce & Gabbana, McDonalds, Zara oder Kinderschokolade. Mit seinen Bildern gewann er beim wichtigsten Werbefestival der Welt in Cannes fünf Löwen. Und gründete zudem eines der meistgefeierten Magazine für Kindermode: Kids Wear, das mit etlichen Branchenpreisen ausgezeichnet wurde, so etwa Lead- und ADC-Awards. Außerdem fotografierte er auch eine Kampagne gegen sexuellen Missbrauch für die Nichtregierungsorganisation Innocence in Danger. Die Vorsitzende dieses Vereines hat eine Stellungnahme dazu abgegeben: Leider ist es nicht das erste Mal, dass dieser klug und strategisch agierende Tätertypus versucht, Kinderschutzorganisationen in seine verbrecherischen Handlungsmuster einzubeziehen." Das ZEITmagazin hat monatelang an diesem Fall recherchiert und exklusiv mit Dutzenden Personen aus Lippoths Umfeld gesprochen, mit Kollegen, Angestellten, seiner Agentin, seinem Vater, mit Behörden, Eltern und mut­maßlichen Opfern. Schon im Sommer 2021 erklärte der Medienanwalt von Lippoth: "Der Vorwurf wird von unserem Mandanten bestritten." Damit gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. Interessiert allerdings niemanden. Der "Hexen"-Prozess beginnt am 31. Mai 2022 vor dem Landgericht in Köln. Wie erst jetzt bekannt wurde befindet sich Lippoth bereits seit Juni 2021 in U-Haft. K13online beabsichtigt zur journalistischen Berichterstattung an mindestens einem Verhandlungstag beim Landgericht Köln teilzunehmen. Bei der 10. Großen Strafkammer am Kölner Landgericht sind bis in den September hinein 28 Verhandlungstage terminiert....  

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geschrieben von K13online-Redaktion am 01.06.2022 Drucken

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