Zwei weitere Verhandlungstage in dieser Woche vor dem Landgericht in Köln: Zeugenaussagen gegen Achim Lippoth sind entweder nicht glaubwürdig oder strafrechtlich nicht relevant

Staatsanwaltschaft & Nebenklägervertreter wollen offenbar "Modus Operandi" strafbar machen: Die Wohnung Lippoths sei ein „Kinderparadies“ gewesen. Mit Playstation, Beamer sowie einem Kühlschrank voller Softdrinks und Süßigkeiten

Im politischen Sommerloch geht der Schauprozess gegen den renommierten & weltbekannten Kinderfotografen Achim Lippoth & seinen ehemaligen Modells vor dem Landgericht in Köln weiter. Ein heute 29-jähriger Zeuge erzählt Geschichten aus seiner Kinderzeit im Alter von acht Jahren: Im Halbschlaf habe L. einmal die kindliche Hand ergriffen und an sein Glied geführt, beim zweiten Mal habe der Erwachsene ihm die Hose ausgezogen und seinen Penis am Po des Jungen gerieben. Das "Problem" dabei ist nur, dass dieses Verfahren schon im Jahre 2012 eingestellt wurde. Sogar die Staatsanwaltschaft hat diesen angeblichen "Missbrauch" nicht in seiner Anklageschrift aufgeführt. Trotzdem durfte der Zeuge sein Märchen nochmals erzählen. Die Nebenklagevertreter: Aus den Aussagen des 29-Jährigen sowie der sechs mutmaßlichen Geschädigten lasse sich ein „Modus Operandi“ des Angeklagten ableiten. Die Wohnung Lippoths sei ein „Kinderparadies“ gewesen. Mit Playstation, Beamer sowie einem Kühlschrank voller Softdrinks und Süßigkeiten. Nach der Jahrtausendwende war der heute 29-Jährige Fotomodel bei dem Angeklagten. Damals sei er acht Jahre alt gewesen und habe auch zwei Mal in der Penthouse- Wohnung des Angeklagten übernachtet. Bei diesen Übernachtungen habe er mit dem Fotografen in dessen Bett geschlafen. Verteidiger Prof. Ulrich Sommer stellte die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage: Wie auch die anderen mutmaßlichen Geschädigten sei der 29-Jährige Opfer von Suggestionen geworden; unter anderem von seiner Mutter und von Presseberichten, die seinen Mandanten vorverurteilten. Auch dieses K13online-News bezieht sich auf die Berichterstattungen in drei Mainstream-Medien des Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau und die Südwest Presse. Die nächsten Gerichtstermine finden am 22. + 23. + 25. + 26. August um jeweils 9 Uhr statt. Mit dieser Füllung kann das Sommerloch in der kommenden Woche gestopft werden... 

https://www.ksta.de/koeln/koelner-landgericht-missbrauchsprozess-um-kinderfotografen-wird-fortgesetzt-39885694 (kostenpflichtig)



Kölner Stadt-Anzeiger

Zitate

Als zentraler Streitpunkt zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung stellte sich dabei die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Erinnerungen an Geschehnisse heraus, die inzwischen mehr als 20 Jahre zurückliegen. So habe er als 8-Jähriger bereits etwa ein Jahr lang unregelmäßig als Fotomodell für die Agentur des Angklagten Achim L. vor der Kamera gestanden, schilderte der heute 29 Jahre alt Mann vor der großen Strafkammer.

Über die Shootings hinaus sei er dabei öfter mit L. zu Ausflügen unterwegs gewesen: Schwimmbad, Freizeitpark, aber auch Besuche in der privaten Kölner Penthousewohung des Fotografen waren demnach darunter. „Dort gab es Süßigkeiten, eine Spielkonsole und einen Beamer – das war beeindruckend und hat Spaß gemacht“, erläuterte Henry M. (Name geändert) auf die Fragen von Richter Peter Sommer über sein Verhältnis zum Angeklagten.

In kindlicher Verbundenheit L. gegenüber sei ihm dessen Aufforderung, sich auf seinen nur mit Unterhose bedeckten Schoß zu setzen, um weiter spielen zu dürfen, zunächst auch nur wenig befremdlich erschienen.

Erst als der Junge an zwei Abenden beim Angeklagten übernachtet habe, sei auch ihm bewusst geworden, so der Zeuge, „das hier etwas nicht stimmt“.

Im Halbschlaf habe L. einmal die kindliche Hand ergriffen und an sein Glied geführt, beim zweiten Mal habe der Erwachsene ihm die Hose ausgezogen und seinen Penis am Po des Jungen gerieben, führte M. weiter aus: „Das war nicht freundschaftlich, da hat etwas nicht gestimmt. das habe ich damals gemerkt.“

Mutmaßliches Opfer wird in der Schule auffällig

Seine Mutter, die zweite Zeugin des Tages, indes nicht. „Ich dachte, ein zweites Kind schläft ebenfalls dort, habe mir keine Gedanken gemacht und dem zugestimmt“, sagte Nadine M. (Name ebenfalls geändert). „Ich dachte, das sei wohl üblich, um das Vertrauen der Kinder für bessere Ergebnisse bei einem Shooting zu stärken“, blickte sie zurück.

Erst als ihr Sohn in den Wochen darauf Mitschüler vermehrt vulgär beschimpfte und seine Lehrerin die Mutter mit den Worten „bei Henry stimmt etwas nicht, er ist sehr auffällig“ informierte, sei es ihr „wie Schuppen von den Augen gefallen“ und sie brach den Kontakt zu L. und dessen Agentur sofort und vollständig ab. „Ich habe heute noch Schuldgefühle“, räumte die Mutter bei der weiteren Befragung in Saal sieben ein, auch, weil sie „aus Angst vor dem erfolgreichen L. und der Sorge um meinen Sohn“ damals von einer Anzeige gegen L. abgesehen hatte.

„Henry wechselte die Schule, es kehrte Ruhe ein“, sagte M. aus. Dass Schlafs- und Essstörungen sowie „Depri-Stimmung“ den Jungen weiter begleiteten, wie er sagte, führte 2012 zu einer Anzeige, die er als Erwachsener selbst initiierte.

Nach einem Jahr Verhandlung wurde das Verfahren jedoch eingestellt: Zweifel an den Aussagen, zu wenig verwertbare Beweise und einem Medienbericht von 2021 zufolge auch Verfahrensfehler hatten dazu geführt.

Diese Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen griffen die Anwälte L.s auch am Donnerstag auf. „Es ist völlig unklar, an was der Junge sich noch erinnert, und was davon überhaupt seine eigene Erinnerungen sind“, merkte einer der drei Verteidiger an.


 

Kölnische Rundschau

Zitate

Kennengelernt habe er den Angeklagten in ihrer gemeinsamen süddeutschen Heimat, so der Zeuge. Als er Ende der 1980er Jahre in der E-Jugend Fußball gespielt habe, sei der 53-Jährige Trainer gewesen. Trotz des Altersunterschieds seien sie Freunde gewesen. Der 53-Jährige sei damals auch bei seinem Vater, der sich mit Fotografie beschäftigt habe, häufig zu Besuch gewesen. Bei ihm, so der Zeuge, habe der Angeklagte das Fotografieren erlernt und es später zu Weltruhm gebracht. Der 53-Jährige veröffentlichte Kinderfotografien unter anderem im Magazin der New York Times.

„Wenn ich gebraucht wurde, war ich da“

Auch er selbst habe später für den Angeklagten in Köln gearbeitet. Unter anderem als Bildbearbeiter für das von dem Angeklagten über Jahre herausgegebene Kindermoden-Magazin. Erst mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 sei die Zusammenarbeit geendet. Von 2002 bis 2020 habe er aber mehr oder weniger für den Angeklagten durchgearbeitet.

Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, ob an Sonn- oder Feiertagen, „wenn ich gebraucht wurde, war ich da“, sagte der Zeuge. Der Zeuge ist für Ende August erneut zu dem Prozess geladen. Dann will die Verteidigung ihn befragen.

https://www.rundschau-online.de/region/koeln/-konnte-nicht-aufhoeren--zu-weinen--opfer-eines-koelner-kinderfotografen-sagt-aus-39882446


 

Südwest Presse

Zitate

Wohnung sei ein „Kinderparadies“ gewesen

Am Donnerstag sagte ein mutmaßliches Opfer des Fotografen aus. Die Wohnung Lippoths sei ein „Kinderparadies“ gewesen. Mit Playstation, Beamer sowie einem Kühlschrank voller Softdrinks und Süßigkeiten. Nach der Jahrtausendwende war der heute 29-Jährige Fotomodel bei dem Angeklagten. Damals sei er acht Jahre alt gewesen und habe auch zwei Mal in der Penthouse- Wohnung des Angeklagten übernachtet. Bei diesen Übernachtungen habe er mit dem Fotografen in dessen Bett geschlafen. Während der Nacht sei es zu Übergriffen gekommen. Beim ersten Mal habe der Angeklagte die Hand des Zeugen genommen und sich damit masturbiert; beim zweiten Mal habe er ihm die Hose heruntergezogen und sich an ihm gerieben.
Im Jahr 2013 seien die Erlebnisse bei ihm wieder „hochgekommen“, nachdem sein Vater ihm von seinem sexuellen Missbrauch in der Kindheit erzählt habe, den dieser durch dessen Eltern erfahren habe. Da habe er beschlossen, zur Polizei zu gehen und den Angeklagten anzuzeigen.
 

Verfahren wurde eingestellt

Doch aus den Ermittlungen wird nichts, das Verfahren wurde eingestellt. Auch in die Anklageschrift finden die Fälle des 29-Jährigen keinen Eingang, da die Staatsanwaltschaft seine Schilderungen bei einer erneuten Prüfung als „irrtümliche Falschaussage“ bewertet habe, wie der Verteidiger betonte. Professor Ulrich Sommer stellte die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage: Wie auch die anderen mutmaßlichen Geschädigten sei der 29-Jährige Opfer von Suggestionen geworden; unter anderem von seiner Mutter und von Presseberichten, die seinen Mandanten vorverurteilten.

Gewisser „Modus Operandi“ erkennbar

Dennoch sind die Ausführungen des 29-Jährigen für die Nebenklagevertreter hochinteressant. Aus den Aussagen des 29-Jährigen sowie der sechs mutmaßlichen Geschädigten – die hatten allesamt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt – lasse sich ein „Modus Operandi“ des Angeklagten ableiten, sagte Nebenklageanwalt Alexander Cormann in einer Replik auf die Verteidigererklärung. 

Konsole spielt wichtige Rolle

In allen Schilderungen der mutmaßlichen Geschädigten, so Cormann, spiele die Spielkonsole eine Rolle. Immer sei das Spiel mit der Playstation an die Bedingung gebunden gewesen, beim Angeklagten auf dem Schoß zu sitzen. „Wir haben hier viele Parallelen, die auf ein kontinuierliches Muster, auf eine Taktik, hindeuten“, sagte Cormann weiter. Nebenklageanwältin Hiltrud Hören ergänzte: „Wir haben auch bei den Vorwürfen einen Modus Operandi.“ Die Annäherungen hätten fast immer im Schlaf stattgefunden. Auch die vorgenommenen Sexualpraktiken würden sich stark ähneln, so Hören.

https://www.swp.de/lokales/schwaebisch-hall/lippoth-prozess-geht-weiter-nebenklaeger-erkennen-ein-gewisses-schema-66098451.html

K13online Anmerkúngen

Ein sogenannter "Modus Operandi" erfüllt alleine genommen keinen Straftatbestand in § 176 ff. StGB. In einem Strafverfahren dürfen nur stichhaltige Beweise zu einer Verurteilung führen. Dies ist nicht erkennbar! 


 

Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und Nebenklagen erwartet: Verteidiger Prof. Dr. Ulrich Sommer stellt Beweisantrag für aussagepsychologische Gutachten zu allen sechs mutmaßlichen Opfer-Zeugen 13.08.2022

Polizeiliche Ermittlungs- und Vernehmungsmethoden erinnern an die Wormser-Prozesse: Vernehmungsbeamte erklärten „Sie sind Opfer einer Straftat geworden, auch wenn sie sich vielleicht nicht so fühlen als Opfer .“ 

Im Beweisantrag für aussagepsychologische Gutachten(Glaubwürdigkeitsgutachten) von allen sechs mutmaßlichen Opfer-Zeugen erheben die Verteidiger des Kinderfotografen Achim Lippoth schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungs- und Vernehmungsmethoden der Polizei. Dies erinnert an die früheren Wormser-Prozesse, die alle zum Freispruch geführt hatten. Zitate: Schon die Ermittlungsakten sind ein beeindruckendes Dokument höchst einseitiger Ermittlungen. Diese Ermittlungen sind nicht neutral und ergebnisoffen geführt worden, sondern gingen ohne jeden Zweifel davon aus, dass Herr Lippoth in zahlreichen Fällen sich des sexuellen Übergriffs schuldig gemacht hatte. Herr KHK xxxxxx stellte gleich zu Beginn der Ermittlungen fest: „Der Beschuldigte ist pädokriminell.“ In Vernehmungen von Zeugen ließen die Ermittler keinen Zweifel daran, dass sie intensiv „daran arbeiten“, Herrn Lippoth lebenslang in den Knast zu bringen. Sie schreckten in ihrem Verfolgungseifer nicht zurück, Zeugen mit fragwürdigen Mitteln zu einer Aussage zu bewegen („mit Nachdruck“). So wurde –nachdem ein jugendlicher Zeuge strafbare sexuelle Übergriffe von Herrn Lippoth ausdrücklich bestritten hatte – dessen Mutter mit dem Satz angeschrieben: „Ihr Sohn ist offensichtlich Opfer einer Sexualtat geworden“, obwohl es hierfür nicht das geringste Anzeichen gab. Objektive Beweise, die stichhaltig sexuellen Kindesmissbrauch nachweisen, gibt es nicht. Allein der Glaube daran darf kein Maßstab für einer Verurteilung sein. Es dürfen keine Bedenken an der Schuld des Angeklagten bestehen. Die bisherige Beweisaufnahme kann nach rechtstaatlichen Grundsätzen zu keiner Verurteilung führen. Mit diesem Beweisantrag hat die Verteidigung auch Revisiongründe geschaffen, die dann zum Tragen kommen, wenn der Antrag vom Landgericht Köln rechtswidrig abgelehnt werden sollte. Abgelehnte Beweisanträge sind grundsätzlich Gründe für eine Revision beim Oberlandesgericht in Köln. Mit Stand von heute hat Lippoth alle Anschuldigungen bestritten. Die nächsten Gerichtstermine finden am Dienstag, den 16. August und am Donnerstag, den 18. August 2022 statt. Voraussichtlich wird das Landgericht Köln am 18. August über den Beweisantrag entscheiden... 

https://krumme13.org/news.php?s=read&id=4863

Weitere Zeugenaussagen vor dem Landgericht Köln in der Südwest Presse: Stadt-Anzeiger unterschlägt entlastende Aussagen zu Gunsten des Kinderfotografen Achim Lippoth 11.08.2022

Mütter früherer Kindermodels berichten: "Die Kinder haben den Kontakt – auch den körperlichen – gesucht, sagt die Mutter eines heute 31-Jährigen, der zusammen mit seinem Bruder Ende der 1990er Jahre als Model arbeitete" 

Der Kölner Stadt-Anzeiger hat bei seiner aktuellen Berichterstattung wichtige Zeugenaussagen unterschlagen, die den Kinderfotografen Achim Lippoth eindeutig entlasten. Dies geht aus einem Artikel in der Südwest Presse klar hervor. Zitate: Sexuelle Übergriffe nie erlebt. „Die Kinder haben ihn geliebt. Der war nicht aufdringlich. Die Kinder haben den Kontakt – auch den körperlichen – gesucht“, sagt die Mutter eines heute 31-Jährigen, der zusammen mit seinem Bruder Ende der 1990er Jahre als Model arbeitet. Sexuelle Übergriffe habe er nie erlebt, sagt er. Eine 52-Jährige, deren Tochter noch im vergangenen Jahr Fotomodell beim Angeklagten war, bezeichnete die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft als „wirklich absurd“. Weitere Mütter haben Aussagen vor dem Landgericht in Köln gemacht, die Lippoth für zu Unrecht angeklagt halten. Mit einem Klick auf weiterlesen gelangen Sie zu mehr Informationen. Am gestrigen Mittwoch(10. August) hat die Verteidigung einen umfangreichen Beweisantrag gestellt. Die 39-seitige Begründung liegt der K13online Redaktion vor. Die Verteidiger beantragen von allen sechs angeblichen Missbrauchsopfern aussagepsychologische Gutachten: Das Gutachten wird zu dem Ergebnis kommen, dass alle Aussagen der angeblich geschädigten Zeugen im Hinblick auf die in der Anklageschrift angeführten Sachverhalte keine ausreichende Zuverlässigkeit besitzen. Maßgebliche Ursache hierfür sind zum einen ein komplex suggestives Umfeld, in dem die Zeugen geprägt wurden und unter dessen Einfluss letztlich sowohl die polizeilichen als auch die gerichtlichen Aussagen gemacht wurden. In absehbarer Zeit werden wir über die konkreten Inhalte dieses Beweisantrages ein ausführliches News publizieren.

https://krumme13.org/news.php?s=read&id=4862

... und viele weitere mehr....

geschrieben von K13online-Redaktion am 19.08.2022 Drucken

Copyright by K13-Online-Redaktion