„In einem Rechtsstaat beugt sich der Staat nicht einer Mehrheit, sondern verteidigt das Recht des Einzelnen. Nur dafür ist er da und hat die Macht dazu von allen übertragen bekommen.“ - Sokrates
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Text - Die Grünen und die Pädosexualität (Walter-Klecha-Hensel)

Franz Walter + Stephan Klecha + Alexander Hensel
(Alle Institut für Demokratieforschung Göttingen)
Die Grünen und die Pädosexualität
Eine bundesdeutsche Geschichte

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Auflage: 1 (12. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3525300557
ISBN-13: 978-3525300558
Größe und/oder Gewicht: 16,7 x 2,8 x 23,9 cm
Preis: 39,99 Euro
 
  
 
Im Wahljahr 2013 entflammte in Deutschland eine heftige Debatte über Pädophilie und Pädosexualität. Im Zentrum der intensiven wie plakativen Auseinandersetzung mit diesem heiklen Thema stand die grüne Partei, in der in den 1980er Jahren die Forderung nach einer Legalisierung von pädosexuellen Kontakten nicht nur debattiert, sondern auch verschiedentlich beschlossen wurde. Die aus heutiger politischer Sicht unverständliche Forderung war indes weder nur basisdemokratisches Kuriosum noch bloßer Zufall. Vielmehr findet sich bereits in den 1970er Jahren ein vielfältiger gesellschaftlicher Diskurs über die eine Enttabuisierung von Pädophilie wie die Legalisierung von Pädosexualität. Dieser wurzelte in verschiedenen liberal-emanzipatorischen Diskussionen, unter anderem in den Bereichen Recht, Pädagogik und Sexualwissenschaft und war anknüpfungsfähig in verschiedene gesellschaftliche und politische Bereiche. Im vorliegenden Buch wird die Emergenz der Diskussion über Pädophilie und Pädosexualität analysiert und deren Niederschlag in der grünen Debatte und Programmatik seziert. Ebenso wird der gesellschaftliche Umgang wie die Verdrängung der Forderung nach einer Legalisierung von Pädosexualität beleuchtet.


Leseprobe aus dem Buch auf Seite 136 bis 159 ist als PDF-Datei verfügbar

Von »Knabenliebhabern« und »Power-Pädos« Zur Entstehung und Entwicklung der westdeutschen Pädophilen-Bewegung

Ab Mitte der 1970er Jahre traten in der Bundesrepublik Pädophile für kurze Zeit als selbstbewusste politische Subjekte auf. Als »Sittenstrolche« und »Power-Pädos« artikulierten sie öffentlich und plakativ ihre Interessen, forderten Akzeptanz für »Liebe mit Kindern« und organisierten sich als zivilgesellschaftliche Akteure. Im Zuge der damals verbreiteten Kritik an einer überkommenen Sexualmoral, der Befreiung und des Aufbegehrens sexueller Minderheiten trugen sie dazu bei, dass Pädophilie zum Politikum wurde. Das schlug sich auch in den Diskussionen und Programmen der grünen Partei nieder. Doch wie sind diese Entwicklungen genau entstanden und verlaufen? Im Folgenden soll rekonstruiert werden, wie die Diskussion über Pädophilie entfacht, politisiert und organisiert wurde. Dazu sollen Akteure und Organisationen, Ideen und Forderungen in den Blick genommen werden, deren Gesamtheit mit aller Vorsicht als politische Bewegung von Pädophilen betrachtet werden kann.

https://tinyurl.com/yhw2sv4t

(Ersteinstellung am 19. November 2014 - aktualisiert am 22. Februar 2016 - aktualisiert am 4. Mai 2022)

geschrieben am 04.05.2022
gelesen 4288
Autor Walter, Klecha, Hensel
Seiten: 1
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