„In einem Rechtsstaat beugt sich der Staat nicht einer Mehrheit, sondern verteidigt das Recht des Einzelnen. Nur dafür ist er da und hat die Macht dazu von allen übertragen bekommen.“ - Sokrates
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Text - 4. Rundmail
Nachtrag - bitte schreibt auch hier Leserbriefe. Einige bedeutende Sachverhalte sind auch hier wieder falsch oder unvollständig.

Wir werden eine Gegendarstellung bzw. einen korrekten Folgeartikel verlangen.

Hier die Ausgabe von morgen Freitag 24.9.04
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http://www.taz.de/pt/2004/09/24/a0006.nf/text

Pädosexueller zieht Netzwerk in Unna auf

Dieter G. hat seine Neigungen schon in Hamburg und Trier ausgelebt. Jetzt sorgt der mehrfach Vorbestrafte in Unna für Aufsehen: Er will Sex mit Kindern legalisieren lassen. Besorgte Eltern wollen morgen dagegen demonstrieren
UNNA taz Die Eltern in Unnas Gartenvorstadt haben Angst. Seit am Dienstag bekannt wurde, dass sich ein Pädosexueller unter ihren Nachbarn befindet, stehen die Telefone bei Polizei und Kinderschutzbund nicht mehr still. "Wir müssen aufpassen, dass keine Hysterie geschürt wird", sagt Frank Zimmer vom Kinderschutzbund. Die Menschen seien sehr aufgeregt und besorgt.

Der pädosexuelle Dieter G. ist kein Unbekannter in der Szene. In Hamburg und Trier hat G. versucht, seine Pädosexuellen-Vereinigung "Krumme 13" als Verein anzumelden. In beiden Städten wurde der Antrag abgelehnt. Die Richter erklärten damals, der Internet-Auftritt der Vereinigung verharmlose Straftatbestände. Und was zunächst schlicht als Verharmlosung gehandelt wurde, endete für Dieter G. schließlich mehrmals im Knast. In Luxemburg saß er, weil er Kinderpornos vertrieben hatte. Ob sie aus eigener Herstellung kamen, konnte man ihm damals nicht nachweisen. Im vergangenen Jahr wanderte G. dann abermals hinter Gitter. Diesmal wegen der Verbreitung kinderpornographischer Schriften. Die Strafe betrug allerdings nur ein Jahr, weil G. seine perverse Kundschaft verpfiff.

Nun versucht er sein Netzwerk offenbar im Ruhrgebiet aufzuziehen. Sein Stützpunkt: eine 38 Quadratmeter kleine Sozialwohnung in der Gartenvorstadt. Von dort aus zieht er die nötigen Drähte. Öffentlich fordert er, Sex mit Kindern zu liberalisieren, es also zu genehmigen, sich an Minderjährigen zu vergehen. Dem Staat sind derzeit aber die Hände gebunden. Eine derartige Äußerung ist nicht gesetzeswidrig. "Aktuell liegt strafrechtlich nichts vor gegen Herrn G.", sagt Martin Volkmer, Pressesprecher der Polizei in Unna. Im Januar habe man gegen ihn ermittelt und die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet. Dort wurde das Verfahren kurze Zeit später schon wieder eingestellt - "wegen mangelnden Tatverdachts". Das Pikante daran: G. war früher ein Kollege der Staatsbeamten. Er arbeitete beim Bundesgrenzschutz.

Ob G. nun aktuell verdächtigt wird, gegen das Gesetz verstoßen zu haben, ist Manfred Weischer egal. "Bis vor zwei Tagen sei das Mietverhältnis mit Herrn G. ganz normal gewesen", sagt der Geschäftsführer der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft, die G.s Appartment verwaltet. Gestern hat Weischer die fristlose Kündigung G.s eingeleitet. "Unsere Mieter sollen sich wohl fühlen", sagt der Verwalter. Das sei nun nicht mehr gegeben. Ob das Bekenntnis zur Pädophilie allerdings einen Kündigungsgrund darstellt, weiß Weischer nicht. Er fände es aber logisch: "Wenn Prostitution in einer Wohnung ein Kündigungsgrund ist, dann das doch allemal!"

Sollte Dieter G. Unna verlassen, wäre dies aber nicht die Lösung des Problems. Das weiß auch die Anmelderin der Demonstration, die morgen um 11 Uhr in der Ahornstraße starten soll. "Wenn er hier verschwindet, geht er woanders hin", sagt sie. Und fügt vorsichtig an: "Ich habe Angst um meine Kinder." Deshalb hofft sie auf mehr Öffentlichkeit, und darauf, dass "sich die Politik da mehr kümmert". Doch die gibt sich derweil sehr schmallippig. "Das ist ein vielschichtiges Thema", weiß Unnas Stadtsprecher Uwe Hasche. Viel mehr könne er dazu aber nicht sagen. Nur das noch: "Wir beobachten das mit großer Besorgnis." Das hilft der Demo-Anmelderin wenig. Aber sie kann die Behörden verstehen: "Die argumentieren ja nicht persönlich, sondern innerhalb ihrer Arbeit", sagt sie. "BORIS R. ROSENKRANZ

taz Ruhr Nr. 7470 vom 24.9.2004, Seite 1, 115 Zeilen (TAZ-Bericht), BORIS R. ROSENKRANZ

geschrieben am 18.10.2004
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Autor K13 - Online
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